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Deutschland / Welt Deutlich mehr Straftaten gegen Schwule und Lesben
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12:07 09.08.2017
„Gleiche Entfaltungsmöglichkeiten setzen Freiheit von Angst vor Gewalt und Diskriminierung voraus“, fordert der Grüne Volker Beck. Quelle: dpa
Hannover/Berlin

Immer mehr Lesben, Schwule und Transgender werden Opfer von Gewalttaten. Zahlen des Innenministeriums belegen, dass die Zahl der Straftaten, die sich gegen die sexuelle Orientierung eines Opfers richten, im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich gestiegen ist: um knapp 30 Prozent von 102 (2016) auf 130 in der ersten Jahreshälfte 2017. Bereits in 2016 hatte es einen Anstieg entsprechender Gewalttaten in Höhe von 15 Prozent zum Vorjahr gegeben.

„Wir haben jetzt gleiche Rechte, aber gleiche Entfaltungsmöglichkeiten setzen Freiheit von Angst vor Gewalt und Diskriminierung voraus“, kommentierte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck, auf dessen Anfrage die Zahlen bekannt gegeben worden waren.

„Fast 30 Prozent mehr homo-, trans, und bifeindliche Straftaten – da müssen eigentlich alle Alarmglocken losgehen. Eine solche Steigerung ist ein Armutszeugnis für die Präventionsarbeit der Bundesregierung,“, urteilte Beck.

Straftaten sind vornehmlich Gewaltdelikte

Bei den Straftaten handelte es sich vornehmlich um Gewaltdelikte (insgesamt 33) wie Körperverletzung (29), Raub (3) und Erpressung (1) sowie Volksverhetzung (25) und 54 nicht näher definierte Straftaten. Vereinzelt traten auch Nötigung und Bedrohung (7), sowie Sachbeschädigungen (5) und Propagandadelikte (6) auf.

Beck findet deutliche Worte angesichts dieser Zahlen: „Homo- und Transphobie muss angegangen werden unabhängig davon, ob sie islamistisch oder völkisch-national, religiös, politisch oder mackerhaft patriarchal daherkommt und begründet wird.“

Dunkelziffer bei 90 Prozent

Hinzu kommt, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich Experten zufolge mitunter bei bis zu 90 Prozent läge, da viele Betroffene sich nicht trauten, die Straftaten anzuzeigen, so Markus Oswald, Ansprechpartner für LGBTI bei der Berliner Staatsanwaltschaft, gegenüber der „Berliner Zeitung“.

Erfasst sind nicht nur homo- und transphobe Straftaten, sondern alle gegen die sogenannte LSBTI-Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intersexuelle).

Von RND/caro/aks

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