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22:22 23.12.2016
Weihnachten 2016, ein wundersames Fest. Quelle: dpa
Hannover

Weihnachten, was für ein Fest! Frieden auf Erden soll herrschen. Doch die Bilder, die uns erreichen, spiegeln etwas anderes. In Mailand liegt ein Mann unter einer Plane. Erschossen. Höchstwahrscheinlich ein Terrorist. Kann man erleichtert sein, dass er nun keine Massenmorde mehr begehen kann? Vielleicht verständlich, aber „christlich“ wäre diese Erleichterung nicht, zumal zu viele Fragen bleiben über Motive und Hintermänner. Weihnachten 2016, ein Fest der Ambivalenzen.

Weihnachten 2016, ein wundersames Fest. Die Börse jubelt, der Einzelhandel auch. In Deutschland versammeln sich Menschen im Wohnzimmer, schauen auf einen Baum und werden andächtig. Kinder lachen, Chöre jubilieren. Es ist nicht ausgemacht, wer genau Weihnachten erfunden hat. Er oder sie hätte ohne Frage ausgesorgt. Denn Weihnachten funktioniert. Gefeiert wird die Geburt des Gottessohnes. Und der Zusammenhalt der Familie, die an diesen Tagen zu sich selbst kommt. Weihnachten ist im Gegensatz zu Ostern und Pfingsten das weltlichste aller christlichen Feste. Deshalb bleibt es unverwüstlich, aber mit mächtigem Anspruch.

In diesem merkwürdigen Jahr ist vieles zum Fürchten

Weihnachten, das sind die Tage, „da wir das Kindlein wiegen“, sagte der Reformator Martin Luther in seiner so eindrücklichen Sprache. Schon die Germanen haben es gefeiert, als die Welt noch nicht wusste, „was Christum treibet“, weil die Tage wieder länger wurden nach der Wintersonnenwende. Die Römer kannten das Fest als Tag des unbesiegbaren Sonnengottes. Vor etwa 1270 Jahren kam das Krippenkind hinzu, ein mächtiges Kind, das auf eigentümliche Weise fast niemanden kalt lässt. Weil es das Kleine groß macht und den Großen klein. Weil es unsere Maßstäbe immer wieder zurecht rückt.

Pastoren und Pastorinnen werden in diesen Tagen versuchen zu beschreiben, warum wir uns nicht fürchten müssen wie die „Hirten auf den Hürden“. Dabei ist in diesem merkwürdigen Jahr vieles zum Fürchten – nicht nur in Deutschland, das von Fanatikern zum Kriegsgebiet erklärt worden ist. Aber wenn manche schon ängstlich fragen, ob sie denn in diesen Zeiten mit Kindern in den Gottesdienst gehen könnten, haben sie die sprichwörtliche Kirche nicht mehr im Dorf gelassen. Denn wir leben nicht in Aleppo, auch wenn wir mit Aleppo leiden.

Weihnachten ist auch deshalb zu einem so spannungsreichen Fest geworden, weil es im Gegensatz zu Silvester, wo die Seinsvergessenheit dominiert, noch einen Anspruch formuliert: Friede auf Erden. Dazu braucht es keine Maschinenpistolen vor Kirchenportalen, sondern Einsicht. Nicht mehr und nicht weniger.

Von Michael B. Berger/HAZ/RND

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