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Deutschland / Welt Viele Wege führen nach Moskau
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21:24 19.08.2014
Von Alexander Dahl
Mit dem Apfel gegen Russland. Quelle: reuters
Hannover

Als der Kreml im Juli ein Importverbot für polnisches Obst und Gemüse verhängte, reagierte man in Polen mit einer ungewöhnlichen Aktion: Unter dem Motto „Iss Äpfel gegen Putin“ wurde auf Onlinekanälen dazu aufgerufen, ein Zeichen gegen den Kurs des russischen Präsidenten zu setzen. Anfang August dann, als Antwort auf Sanktionen der USA und der EU, verhängte Präsident Wladimir Putin ein Importverbot für westliche Lebensmittel. „Wenn jeder einen Apfel pro Woche mehr isst, dann können wir diesen Marktausfall schließen“, mahnte gestern Österreichs Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter.

Möglicherweise aber muss sich der Westen keine großen Sorgen machen. Russland räumte am Dienstag ein, es mit den eigenen Sanktionen nicht so genau zu nehmen. Essbares aus der EU wird in großer Menge noch immer importiert – über Weißrussland und Kasachstan. Möglich macht dies eine Zollunion zwischen Russland und den beiden früheren Sowjetrepubliken. Was dort eingeführt wurde, kann ohne Kontrollen nach Russland geliefert werden. Für den Westen zahlt sich aus, dass weder Minsk noch Astana den Hunderte Seiten starken Embargokatalog des Kremls anerkennen wollen. „Natürlich können unsere Kollegen in der Zollunion aus dieser Situation einen Nutzen ziehen“, sagte der russische Vizepremier Akardi Dworkowitsch.

Für Moskau ergeben sich zwei Vorteile: Einerseits kann man gegenüber der Bevölkerung deutlich machen, dass man sich gegen das westliche Wirtschaftsembargo zur Wehr setzt. Und andererseits garantieren westliche Lebensmittelimporte aus Weißrussland und Kasachstan, dass der russische Bürger weiterhin ein gutes Angebot bekommt. Allerdings gehen die Preise in die Höhe: Am Wochenende verteuerte sich Fisch um sechs Prozent, Käse um 4,4 Prozent und Milch um 5,3 Prozent. Der Westen bestrafe russische Oligarchen, Putin aber die eigenen Bürger, klagen Russen. Und Ministerpräsident Dmitri Medwedew seufzte gestern entnervt: „Ich hoffe, unsere Strafmaßnahmen für Lebensmittelimporte dauern nicht mehr lange.“

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