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Deutschland / Welt Demonstranten zünden Obersten Gerichtshof an
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06:56 13.06.2017
Sicherheitskräfte in Caracas.  Quelle: AP
Caracas

 Demonstranten haben mit Molotowcocktails ein Gebäude des Obersten Gerichtshofs in Venezuela angezündet. Über dem Gebäude in Caracas, in dem sich der Sitz des Direktoriums befindet, waren nach Medienberichten am Montag (Ortszeit) Flammen und dichter Rauch zu sehen. Nach einem Bericht des Portals „El Nacional“ gab es drei Verletzte.

Der Präsident des Gerichtshofs, Maikel Moreno, machte „Terroristen“ für die Tat verantwortlich. Moreno gab nur wenige Details bekannt, Bilder und Videos, die auf der Twitter-Seite des Gerichtshofs veröffentlicht wurden, zeigten Teile des Gebäudes in Flammen.

Moreno kündigte an, das Büro des Gerichts an einen anderen Ort zu verlegen, da der derzeitige Standort in der Nähe von Caracas ein „rechtsfreies Gebiet“ sei.

Gericht entscheidet für Maduro

Zuvor hatte das Gericht eine Beschwerde von Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Diaz gegen die Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung für unzulässig erklärt.

Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro will damit die tiefe Krise im Land mit den größten Ölreserven der Welt befrieden. Durch die geplante Zusammensetzung fürchtet die Opposition die endgültige Umwandlung in eine Diktatur.

Ortega Diaz ist die prominenteste Kritikerin in den eigenen Reihen - sie hatte schon die zeitweise Entmachtung des von der Opposition dominierten Parlaments durch den Gerichtshof scharf kritisiert.

Mehr als 70 Tote

Sie fordert den Austausch der Obersten Richter, die kurz nach dem Triumph der Opposition in einer der letzten Sitzungen der bis dahin von den Sozialisten dominierten Nationalversammlung Ende 2015 bestimmt worden waren. An der parteiischen Rolle des Gerichtshofs und der Annullierung von Entscheidungen des Parlaments hatten sich Anfang April die erbitterten Proteste entzündet.

Bei Ausschreitungen und Plünderungen starben bisher fast 70 Menschen.

Von dpa/ap/RND/zys