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Deutschland / Welt Das ist die Wahlkampf-Strategie der AfD
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20:55 15.12.2016
Der AfD-Bundesvorstand will über die Wahlkampf-Strategie entscheiden. Doch vielleicht schafft es AfD-Chefin Petry nicht rechtzeitig zur Sitzung. Quelle: dpa
Hannover

Brisante Informationen gelangen am Donnerstag an die Öffentlichkeit: Die AfD will schon am Freitag ihre Parteistrategie für die Bundestagswahl 2017 beschließen. Brisante Passagen des Papiers mit dem Titel „Demokratie wiederherstellen – Dem Volk die Staatsgewalt zurückgeben“, veröffentlichte die „Bild“-Zeitung.

Politik der Tabubrüche

Die Rechtspopulisten wollen ihre auf Provokation ausgerichtete Linie fortführen und planen gar „neue Tabubrüche, um bis zum Urnengang gezielt Aufmerksamkeit für sich zu erregen“, berichtet die Zeitung.

Die AfD lebe gut von ihrem Ruf als Tabubrecherin und Protestpartei, heißt es in dem Konzept. Deshalb müsse sie „ganz bewusst und ganz gezielt immer wieder politisch inkorrekt sein“ und ihre Provokationen „sorgfältig“ planen.

Denn eins steht für Petry und ihre Kollegen fest: Je mehr Union, SPD und Co. versuchten, „die AfD wegen provokanter Worte oder Aktionen zu stigmatisieren, desto positiver ist das für das Profil der AfD“. Diese „negativen Reaktionen“ müssten daher immer einkalkuliert werden.

Außerdem sollen die etablierten Parteien stärker ins Visier genommen werden: „Fehler der Altparteien“ sollen demnach von einem Monitoring-System erkannt und so geschickt ausgenutzt werden.

20 Prozent als Ziel

Damit will die AfD auch ihr Ziel von 20 Prozent im September 2017 erreichen. „Für das Wahljahr 2017 muss (…) der Schwerpunkt auf der Ausschöpfung des bisherigen Potenzials liegen“, soll es in dem Papier heißen.

Unzufriedene Wähler aus allen Parteien ansprechen

Protestwähler anlocken: Der Wahlkampf soll sich sowohl an Unions-, SPD-, Linken- und bisherige Nichtwähler richten, die „unter den Altparteien nirgendwo ein akzeptables Angebot finden“.

Eine stärkere Ausrichtung auf die politische Mitte lehnt die Partei zum jetzigen Zeitpunkt ab. Die AfD will so verhindern, dass sie bei ihren heutigen Wählern an Zustimmung verliert. Zu einem späteren Zeitpunkt im Wahlkampf lässt sie sich diese Option dennoch offen. Das Potenzial könne auch im Laufe des Wahljahres „Schritt für Schritt“ Richtung Mitte erweitert werden, um die AfD aus dem „Ghetto“ von „bundesweit 20 Prozent“ zu befreien.

Meinungsforscher sollen daher der AfD helfen „Stimmungen und Stimmungsumschwünge in der Gesellschaft frühzeitig zu spüren“.

Wahlthemen: Asyl, Islam und innere Sicherheit

Für die kommende Bundestagswahl setzt die Partei ihre Themenschwerpunkte auf Asyl, Islam, innere Sicherheit und Eurokrise. Aber auch mit Steuersenkungen und einer neuen Bildungspolitik möchte die AfD punkten.

Vom bisherigen Themenopportunismus möchte sie sich im Wahlkampf entfernen. Für die Imagebildung seien „nur wenige, sorgfältig ausgewählte und kontinuierlich bespielte Themen“ von Bedeutung. Und diese werden so gewählt, dass sie „innerhalb der AfD-Wählerschaft nicht zur Spaltung führen“.

Petry könnte Abstimmung verpassen

Das Strategiepapier soll aus der Feder von Bundesvorstandsmitglied und Partei-Vordenker Georg Pazderski (65) stammen. Der „Bild“ bestätigte er: „Über das Papier wird im Bundesvorstand entschieden“.

Der AfD-Vorstand soll am Freitagmittag tagen. Kurios: Ausgerechnet Parteichefin Frauke Petry könnte das Treffen verpassen. Denn um 14 Uhr hat die Politikerin zu einer Pressekonferenz zum Thema Innere Sicherheit geladen.

Von RND/abr

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