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18:48 06.12.2016
Danke, danke, danke: Merkel nach der neunten Wahl zur Parteivorsitzenden. Quelle: dpa
Essen

Besser hätte die Parteitagsregie es kaum inszenieren können. Angela Merkel ist mit einem Ergebnis knapp unter 90 Prozent zum neunten Mal zur Parteivorsitzenden der CDU gewählt worden. Das ist das zweitschlechtestes Ergebnis ihrer Amtszeit, aber eben keine Abstrafung durch die Delegierten.

Zuvor hatte sie in den „Tagesthemen“ schon mal die Richtlinie vorgegeben: Sie hoffe auf ein ehrliches Ergebnis. Das wird ihr und der Partei nach diesem Resultat abgenommen werden müssen.

Die Zustimmungsrate zeigt zweierlei: Merkel verliert an Nimbus – auch innerhalb der CDU. Sie hat, wie selbst in ihrer Rede sagte, ihrer Partei einiges zugemutet. Ihre Kritiker können das schnell aufzählen: Flüchtlingspolitik, Aufkommen der AfD durch den Linksschwenk unter ihrer Ägide. Kurzum: zu viel Mitte, zu wenig klassischer Konservativismus und traditionell christliche Werte. Das alles ist längst bekannt und durchdiskutiert.

Das Ergebnis beweist aber auch: Trotz der Merkelschen Zumutungen gibt es keine ernsthafte Rebellion oder aussichtreichen Konkurrenten innerhalb der CDU. Merkel ist die Partei – und die Partei ist Merkel. Sie ist für die meisten Mitglieder immer noch der Garant für Regierungsbeteiligung, sprich Macht und Posten. Das mag verständlich sein, aber geht sicherlich nicht als Zukunftsmodell durch.

Die anstehenden Wahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Nordrhein-Westfalen und dann im Herbst 2017 die Bundestagswahl dürften die Göttinnendämmerung einläuten. Denn Stand heute ist nicht absehbar, dass Merkel und ihre Partei noch mal die Überzeugungskraft und Kreativität aufbringen, die zentrifugalen Kräfte in Deutschland zu bändigen.

Von Rüdiger Ditz

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