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Deutschland / Welt „Es gibt ein Überangebot an Gas“
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16:38 29.08.2014
Auf Dauer muss Europa sein Energiekonzept überdenken, findet Kemfert. Quelle: Marc Dachinger

Aktuell sinkt der Gaspreis in der Tendenz, so die Branche. Warum ist das so? Und. Ist das ein Strohfeuer? Ist dagegen im Zuge der zu erwartenden Sanktionen/der Verschärfung des Konflikts im Winter ein starker Preisanstieg zu erwarten?

Es gibt ausreichend Gas auf den Märkten. Die USA fördern ein Großteil ihres Gasbedarfs selbst, sodass sie kaum noch Gas importieren müssen. Somit gibt es ein Überangebot an Gas. Zudem ist generell die Nachfrage nach Gas in den Sommermonaten gering. Im Winter wird die Nachfrage wieder steigen und man wird sehen, inwieweit der geopolitische Konflikt mit Russland überhaupt Auswirkungen haben wird. Die Gaspreise sind in langfristigen Verträgen geregelt. Somit ist aufgrund des entspannten Marktes erst einmal nicht mit Preisreaktionen zu rechnen.

Erwarten Sie Auswirkungen auf andere EU-Staaten?

Es gibt Staaten in Osteuropa wie beispielsweise Bulgarien, die nahezu den gesamten Gasbedarf aus Russland decken. In den vergangenen Gas-Konflikten mit Russland, beispielsweise im Jahr 2009, kam es zu Versorgungsengpässen insbesondere in diesen Ländern. Europa bereitet sich jedoch vor und hat das Pipelinesystem besser ausgerichtet.

Sind die Deutschen für Notfälle gerüstet?

Kaum. Es gibt, anders als beim Öl, keine strategische Gasreserve, die uns 90 Tage in Krisenzeiten mit Gas versorgt. Das sollte man rasch ändern.

Halten sie Gazprom und die russischen Partner nach wie vor für vertragstreu oder droht eine Art "Geiselhaft"?

Bisher sind sie immer vertragstreu gewesen. Wir befinden uns nun jedoch in einer neuen Dimension der geopolitischen Konflikte. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Russland Gas als politische Waffe einsetzt, vermutlich jedoch wohl eher gegen die Ukraine als gegen die EU. Man darf nicht vergessen, dass Russland ein Großteil seiner Einnahmen durch den Verkauf von Energie in die EU generiert. Sie würden sich somit eher selbst schaden.

Muss nicht das ganze Energiekonzept überdacht werden?

Ja. Wir müssen die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen deutlich vermindern, indem wir aus verschiedenen Ländern Gas beziehen, die Gasbezüge diversifizieren, indem wir stärker als bisher auf Fĺüssiggas setzen. Es wäre sinnvoll, dass auch in Deutschland ein LNG Terminal zum Einsatz kommt. Zudem muss die Energiewende schneller umgesetzt werden und vor allem mehr aufs Energiesparen gesetzt werden.

Interview: Udo Harms

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