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Deutschland / Welt Cuspert in der Liebesfalle
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00:17 18.02.2015
Der deutsche IS-Terrorist Denis Cuspert soll von einer amerikanischen Under-Cover-Agentin ausspioniert worden sein. Quelle: Di Matti
Berlin

Es wirkt, als habe sich die amerikanische Bundespolizei von Hollywood inspirieren lassen: Das FBI hat nach einem Medienbericht erfolgreich eine Liebesagentin auf den Berliner Ex-Rapper und mittlerweile wohl prominentesten deutschen IS-Terroristen in Syrien, Denis Cuspert, angesetzt. Inzwischen ist die Frau aber offenbar in Gefahr geraten und hat sich abgesetzt.

Der 39-jährige Denis Cuspert hat allerdings auch ohne diese neuerliche Wendung eine filmreiche Geschichte – nur dass sie weniger an Heldenepen als an Horrorstreifen erinnert. Cuspert stammt aus Berlin-Kreuzberg und begann dort als Gangster-Rapper „Deso Dogg“ eine mittelmäßig erfolgreiche Hiphopkarriere. Von 2010 an wandte er sich dem radikalen Salafismus zu. Im Juni 2012 setzte er sich nach Ägypten ab, seit dem Frühjahr 2013 lebt er vermutlich in Syrien.

Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Kriegesverbrechen

Unter dem Kampfnamen „Abu Thala al-Almani“ soll er sich der Terrrormiliz „Islamischer Staat“ angeschlossen und Zugang zu den IS-Führungskreisen haben. Zweifellos ist er einer der aktivsten Propagandisten der Dschihadisten: In zahlreichen Videos ruft er deutsche Muslime immer wieder dazu auf, nach Syrien zu kommen und sich den islamistischen Terrortruppen anzuschließen. In mindestens einem Enthauptungsvideo soll er zudem mit einem abgeschnittenen Kopf posiert haben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt deshalb inzwischen gegen ihn wegen Kriegsverbrechens. Bei einer – allerdings unwahrscheinlichen – Rückkehr nach Deutschland droht ihm deshalb sogar eine lebenslange Haftstrafe.  

Nach Darstellung der „Bild am Sonntag“ wird diese terroristische Karriere nun noch durch Elemente eines Spionage-Thrillers ergänzt. Das FBI hatte offenbar beschlossen, eine ausgebildete Under-Cover-Agentin in die syrische Terrorszene einzuschleusen. Sie sollte Kontakte zu IS-Führungspersonen knüpfen und von diesen Informationen abschöpfen. Als Zielperson machte sie alsbald Cuspert aus, der schon in Deutschland als Frauenheld galt. Er hat mindestens drei Kinder von drei verschiedenen Frauen.

Die Agentin fürchtete um ihr Leben

Angeblich verliebte sich Cuspert tatsächlich in die Agentin und heiratete sie schließlich nach islamischem Ritus – die „Honigfalle“ hatte zugeschnappt. Zugleich lieferte die Spionin ihrem FBI-Führungsoffizier heimlich Informationen über Cuspert und aus den IS-Strukturen – bis plötzlich der Kontakt abbrach. Die Agentin hatte Angst um ihr Leben, da die IS-Terroristen Spione und jene, die sie dafür halten, sofort töten. Doch ihr gelang die Flucht in die Türkei, das FBI brachte sie dann zurück in die Heimat.

Beweise für die atemberaubende Exklusivgeschichte legt die Zeitung nicht vor. Angeblich wird sie aber von deutschen und amerikanischen Sicherheitskreisen bestätigt.

In der vergangenen Woche hatte Hans-Georg Maaßen, der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, in einem Interview noch über den Einsatz von V-Leuten in Syrien sinniert. Angesichts der Risiken sagte er dann aber: „Ich will niemanden in die vordere Reihe oder in ein Terrorcamp schicken.“ Die Amerikaner denken da offenbar anders.

Der Einsatz von Liebesbeziehungen war zuletzt eher eine Spezialität englischer verdeckter Ermittler in der linken Szene. Sie hatten dort mit ausgespähten Frauen sogar schon Kinder gezeugt. Soweit jedoch soll es im Falle Cusperts und der FBI-Agentin nicht gekommen sein.

Von Christian Rath

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