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Deutschland / Welt Clintons E-Mail-Affäre kehrt mit Wucht zurück
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17:53 25.08.2016
Hillary Clinton kann den E-Mail-Skandal nicht abschütteln. Im Zentrum der Debatte steht ihre engste Beraterin Huma Abedin (l.). Quelle: dpa
Washington

Wie aus ihrem früheren Briefwechsel hervorgeht, soll es während ihrer Amtszeit als Außenministerin zwischen der Clinton-Stiftung und dem State Department überaus enge Kooperationen gegeben haben. Ihre Gegner erheben schwere Vorwürfe: Wer genügend Geld an die Stiftung spendete, erhielt Gesprächstermine direkt in der US-Regierung.

Vorwurf: Spenden für Termine im Weißen Haus

Clinton habe sich nicht in erster Linie für die Interessen Amerikas eingesetzt, sondern für die Geschäftssituation der Stiftung ihres Ehemannes Bill, kritisierte Trump. Zu den pikanten Details zählt der Kontakt zum Kronprinzen von Bahrain, der sich lange vergeblich um ein Gespräch mit Hillary Clinton bemüht haben soll.

Nachdem Prinz Salman eine Spendenzusage in Höhe von 30 Millionen Euro für die "Clinton Global Initiative" gab, hätten ihm die Türen zur Regierung offen gestanden. Am Mittwoch wurde zudem der Vorwurf erhoben, dass 85 von 154 Großspendern direkten Zugang zu der damaligen Ministerin erhalten hätten. Zahlen, die von Clintons Wahlkampfteam allerdings angezweifelt werden.

Unstrittig ist: Die Auswertung von mehreren Tausend E-Mails, die vom Clinton-Team zunächst gelöscht und von der Bundespolizei FBI kürzlich wiederhergestellt wurden, steht erst am Anfang. Die Republikaner-nahe Organisation Judicial Watch hatte die Veröffentlichung des Schriftwechsels vor Gericht erstritten und kann nun damit rechnen, bis Oktober vollständigen Einblick zu erhalten – also noch vor dem Wahltermin am 8. November.

Hillarys engste vertraute im Zentrum der Debatte

In den Mittelpunkt der Affäre rückt die Clinton-Vertraute Huma Abedin, die damals im Stab der Ministerin tätig war. Die einflussreiche Politikberaterin galt allem Anschein nach über Jahre als Brückenkopf zwischen Stiftung und Ministerium und muss sich nun fragen lassen, ob die Gesprächstermine im State Department von der Spendenfreudigkeit der Gäste abhängig waren.

Sicherlich gilt die Grenzziehung zwischen Spenden und politischer Einflussnahme in Washington als äußerst schwierig. Da die Parteien nur eine untergeordnete Rolle spielen, sind die direkt gewählten Abgeordneten und Senatoren selbst gefordert, ihre Wahlkampfmittel aufzubringen. Allerdings sind die Größenordnungen, die die Clinton-Stiftung aufruft, bemerkenswert: Die Spender, denen der Weg auf die Regierungsebene freigeräumt wurde, sollen insgesamt mehr als 150 Millionen Euro gezahlt haben.

Von Stefan Koch

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