Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Deutschland / Welt Bundeswehr wertet Flugschreiber aus
Mehr Welt Politik Deutschland / Welt Bundeswehr wertet Flugschreiber aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:08 27.07.2017
Seit März 2017 sind die Helikopter vom Typ Tiger in Mali stationiert. Quelle: dpa
Berlin

Nach dem Tod von zwei Bundeswehrsoldaten beim Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers in Mali steht die Frage nach der Ursache im Mittelpunkt. Ein Expertenteam der Bundeswehr werte derzeit den Flugschreiber aus, sagte der Stellvertreter des Generalinspekteurs, Vizeadmiral Joachim Rühle. Der Routine-Flugbetrieb der Tiger werde bis auf Weiteres ausgesetzt. Hinweise auf Fremdeinwirkung lägen bisher nicht vor. Laut einer Mitteilung der Friedensmission der Vereinten Nationen Minusma deuteten erste Erkenntnisse auf technisches Versagen als Ursache hin.

Ein technisches Versagen könnte auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen unter Druck setzen. Die CDU-Politikerin hatte in ihrer Amtszeit immer wieder die Bedeutung guter Ausrüstung der Soldaten im Einsatz betont.

„Urplötzlich nach vorne abgekippt“

Der Hubschrauber war am Mittwochnachmittag 70 Kilometer nördlich von Gao abgestürzt und ausgebrannt. Der Pilot eines zweiten Tigers, der unmittelbar hinter der Unglücksmaschine flog, berichtete nach Informationen des „Spiegel“, der Tiger sei „urplötzlich und ohne einen Notruf mit der Nase nach vorne abgekippt und dann sofort im Sturzflug zu Boden gegangen“.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit großer Trauer auf den Vorfall reagiert. „Meine besondere Anteilnahme und mein Mitgefühl gelten den Familien der Verstorbenen und allen, die ihnen nahe standen“, erklärte Steinmeier am Mittwochabend. Er betonte, mit der Beteiligung an der Friedensmission der Vereinten Nationen leiste Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung Malis. „Dieser tragische Vorfall zeigt einmal mehr, mit welchem hohen persönlichen Risiko der Einsatz unserer Soldatinnen und Soldaten verbunden ist“, sagte der Bundespräsident.

Es sind die ersten Todesfälle von Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz seit 2015. Mali gilt seit längerem als der derzeit gefährlichste Einsatz der Truppe. Bislang waren die deutschen Soldaten dort aber verschont geblieben. An der Mission beteiligen sich derzeit 875 Bundeswehr-Soldaten. Die Truppe ist in der ehemaligen Rebellenhochburg Gao stationiert.

Mit dem Tiger gab es immer wieder Probleme. Zuletzt fehlten Piloten, um das Gerät zu fliegen. Der „Expertiseverlust“ werde zunehmend zu einem „flugsicherheitsrelevanten Thema“, hieß es im Juni in einem internen Bericht des Kommandos Heer, aus dem der „Spiegel“ zitiert hatte. Eine Handvoll Piloten werde für alle Übungs- und Schießvorhaben sowie Einsätze und einsatzgleiche Verpflichtungen herangezogen. Sie würden der hohen zeitlichen Belastung nicht mehr standhalten, hieß es.

Ausnahmegenehmigung für hohe Temperaturen

Bedenken gab es auch wegen der Einsatzbereitschaft der Hubschrauber in der westafrikanischen Hitze. Der Inspekteur des Heeres hatte eine Ausnahmegenehmigung für den Flug unter hohen Temperaturen erteilt, bevor sie am 1. Mai einsatzbereit gemeldet wurden. Zunächst galt eine maximale Temperaturobergrenze von 43,26 Grad Celsius für den Start der Hubschrauber. Dieser Maximalwert, der sich je nach Luftdruck und Flughöhe berechnet, wurde für den Einsatz in Mali um fünf Grad angehoben.

UN-Generalsekretär António Guterres übermittelte dem neuen deutschen UN-Botschafter Christoph Heusgen in New York sein Beileid. Zugleich dankte er Deutschland für das Engagement in den UN-Friedensmissionen.

Islamisten terrorisieren das Land

Die Mission Minusma der Vereinten Nationen (UN) soll zur Stabilisierung Malis und zur Umsetzung eines Friedensabkommens beitragen. Der Norden Malis war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer Extremisten und anderer Rebellengruppen gefallen, sie konnten aber nach einer Intervention französischer Streitkräfte zurückgedrängt werden. Gruppierungen wie Al-Kaida terrorisieren den Norden Malis schon lange.

Von RND/dpa

Die Sprecherin des US-Präsidenten Donald Trump hat bei einem der täglichen Press-Briefings für Spott gesorgt. Sarah Huckabee Sanders las den Brief eines Neunjährigen vor, statt sich um drängendere Themen zu kümmern.

27.07.2017

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen in Jerusalem dürfen die Gläubigen auf den Tempelberg zurückkehren. Das haben Spitzenvertreter der muslimischen Gemeinde am Donnerstag entschieden.

27.07.2017

Dutzende Menschen sind bei den gewaltsamen Protesten gegen den Präsidenten Nicolás Maduro in Venezuela bereits ums Leben gekommen. Bei einem erneuten Generalstreik starb ein junger Mann.

27.07.2017