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Deutschland / Welt Bundesregierung prüft „Landshut“-Rettung
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23:21 10.02.2017
Das am 13. Oktober 1977 entführte Flugzeug “Landshut“ nach der Landung in Mogadischu (Somalia). Quelle: dpa
Fortaleza/Berlin

„Die„Landshut“ ist am Ende ihres aktiven Lebens in Lateinamerikagestrandet und wird nie wieder fliegen, aber sie ist doch einelebendige Zeugin eines wichtigen Moments der Geschichte der jungenBundesrepublik“, sagte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Die 1970 in Dienst gestellte Boeing 737-230C steht seit 2008 ausrangiert und flugunfähig auf dem Flughafen der nordbrasilianischen Stadt Fortaleza. Nach mehreren Eigentümerwechseln war sie zuletzt als Transportflugzeug in Diensten der Airline TAF Linhas Aereas. Bisher ist unklar, was mit der Maschine in Fortaleza passieren soll.

Befreiung der Geiseln durch die GSG 9

Wie die Zeitung berichtet, könnten der Erwerb und der Transport nach Deutschland nach Schätzungen von Fachleuten rund eine Million Euro kosten. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur konnte das Auswärtige Amt aber konkrete Pläne nicht bestätigen. Neben der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer war der dramatische Irrflug der im Oktober 1977 von palästinensischen Terroristen entführten „Landshut“ einer der schwersten Momente in der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt (SPD).

Damit sollten im „Deutschen Herbst“ die in Stuttgart-Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen um Andreas Baader und Ulrike Meinhof freigepresst werden. Schließlich gelang in der somalischen Hauptstadt Mogadischu die Befreiung durch ein Spezialkommando der GSG-9. Drei Geiselnehmer starben, die RAF-Terroristen begingen danach Selbstmord.

Von dpa/RND