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Deutschland / Welt Krawalle: Nein, Reformen: Ja
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13:12 22.06.2013
Rousseff reagierte erstmals auf die Proteste. Quelle: dpa
Brasilia

„Die Stimme der Straße muss gehört und respektiert werden und kann nicht verwechselt werden mit dem Krach und der Grausamkeit einiger Rabauken.“
In der Nacht zum Freitag hatten die Proteste einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Nachrichtenagentur Agência Brasil zählte fast zwei Millionen Demonstranten in 438 Städten.

Die Botschaft der Straße sei friedlich und demokratisch, sagte Rousseff. „Sie fordert einen systematischen Kampf gegen die Korruption und die Veruntreuung öffentlicher Gelder. Alle kennen mich. Davon werde ich nicht ablassen.“ Sie werde dafür Gouverneure, Bürgermeister und Anführer der Demonstranten zusammenrufen.

Gleichzeitig warb Rousseff hat die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in ihrem Land. „Brasilien ist das einzige Land, das an allen Fußball- Weltmeisterschaften teilgenommen hat, wurde fünf Mal Weltmeister und wurde immer überall gut aufgenommen“, sagte sie. Brasilien müsse seine Gästen mit „Achtung, Warmherzigkeit und Freude“ empfangen. Sie werde nicht zulassen, dass die Ausgaben für das Turnier auf Kosten der Gesundheit oder der Bildung gingen.

Der US-Schauspieler Brad Pitt sagte wegen der Massenproteste eine Premierenvorführung seines Films „World War Z“ am Wochenende in Rio de Janeiro ab. Das berichteten brasilianischen Medien. Als unpassend zur Lage in Brasilien wurde das Thema des Films empfunden, das von einer Zombi-Invasion und Chaos in verschiedenen Städten handelt.

Der Leiter des Brasilien-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, Felix Dane, zeigte sich überzeugt, dass Rousseff die Demonstranten ernst nimmt. Sie reagiere auf die Forderungen, „anders als (der türkische Regierungschef Recep Tayyip) Erdogan, der alles niederknüppeln lässt“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Jetzt entlade sich lange angestauter Ärger über Korruption und Investitionsmangel.

Dane relativierte das Ausmaß der Proteste. „Wenn in Rio de Janeiro 400.000 Menschen auf die Straße gehen und in São Paulo 200.000, ist das für die Größe der Städte eine relativ geringe Zahl.“ Allerdings sei es untypisch, dass sich die Proteste im ganzen Land ausbreiteten. Dass es Tote und Verletzte gegeben habe, liege auch an der Überraschung der Polizei. „Die ist dafür nicht ausgerüstet, nicht vorbereitet. Die sind für den Drogenkrieg vorbereitet.“ Bisher seien keine Wasserwerfer eingesetzt worden. „Dafür schießen die mit Tränengas um sich.“

dpa

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