Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Deutschland / Welt Boris Johnson bringt sich in Position für May-Nachfolge
Mehr Welt Politik Deutschland / Welt Boris Johnson bringt sich in Position für May-Nachfolge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:21 09.06.2017
In der Wahlnacht: Boris Johnson hat seinen Wahlkreis in Uxbridge gewonnen. Quelle: imago/ZUMA Press
London

Es sei noch „ zu früh am Tag“, um über die Zukunft von Theresa May zu diskutieren, so Boris Johnson. Mehrere britische Medien zitieren den früheren Bürgermeister von London und derzeitigen Außenminister mit diesen Worten. Es ist eine deutliche Distanzierung von Premierministerin Theresa May.

Auch andere Tory-Abgeordnete haben bereits einen Rücktritt Mays ins Spiel gebracht. So sagte Anna Soubry, May solle „über ihre Position nachdenken“. Auf die Frage, ob May Premierministerin bleiben könnte, antwortete Soubry: „Das ist ihre Sache.“ Politische Rückendeckung klingt anders.

Im Gegensatz zu Soubrys Äußerungen besitzt die Distanzierung Johnsons jedoch eine größere Brisanz. Denn traut man den britischen Buchmachern, dann ist Johnson derzeit der aussichtsreichste Kandidat für die May-Nachfolge. In den Ranglisten der Wettbüros ist Johnson über Nacht auf Platz zwei hinter May geschossen: Von einem 66/1-Verhältnis zu einem 8/1-Verhältnis. Man könnte also meinen, dass Boris Johnson sich bereits in Position bringt, um May zu beerben.

„Sie wird bleiben und ihre Meinung nicht ändern“

Auch andere Kandidaten werden von britischen Medien bereits ins Spiel gebracht, allen voran Brexit-Minister David Davis, Innenministerin Amber Rudd und Kanzler Philip Hammond.

Bisher macht May allerdings keine Anstalten, eine Aufgabe ihrer Position in Betracht zu ziehen. Das berichtete unter anderem die in Londoner Regierungskreisen gut vernetzte BBC-Journalistin Laura Kuenssberg. „Sie wird bleiben und ihre Meinung nicht ändern“, zitierte Kuenssberg ein hochrangiges Regierungsmitglied.

Dennoch stellt sich die Frage, was überhaupt im Falle eines Rücktritts passiert. Wie ist das Vorgehen? So würde die regierende Partei zuerst einen Interim-Premier bestimmen, der dann auf einem Parteitag bestätigt würde.

Unsere Berichte über die Großbritannien-Wahl

Presseschau: „Nun steht eine Periode des Durcheinanders bevor“

Nach Wahlniederlage: Herausforderer Corbyn fordert May-Rücktritt

Kommentar: Mays krachende Niederlage

Währungskurs: Britisches Pfund auf Talfahrt

Wirtschaft in Aufruhr: Was bedeutet das Wahlergebnis für den Brexit?

Das Ergebnis: Mays Konservative verlieren Regierungsmehrheit

Wahl an ungewöhnlichen Orten: Stimmabgabe in Waschsalon, Kirche oder Pub

Zum Schmunzeln, staunen, mitsingen: 6 Netz-Hits zur Großbritannien-Wahl

Von RND/aks

Die Berichterstattung über die Anhörung des FBI-Chefs James Comey vor einem US-Senatsausschuss hat die US-Medien wie kein anderes Thema dominiert. Doch auch über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus war die Anhörung Top-Thema in den Medien. Eine Übersicht.

09.06.2017

Vier Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg haben Deutschland und Argentinien den Schulterschluss demonstriert. Nun reist die Kanzlerin nach Mexiko. Dort gibt es viel Kritik an US-Präsident Trump.

09.06.2017

Die britische Premierministerin Theresa May hat ihre absolute Mehrheit verloren. Was bedeutet das für den Brexit? So reagieren Europas Politiker und Ökonomen auf die heftigen Verluste der konservativen Tories.

09.06.2017