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Deutschland / Welt Beust fordert von Merkel mehr Führung ein
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08:53 08.07.2010
Ole von Beust vermisst bei Angela Merkel zuweilen demonstrative Führungsstärke. Quelle: ap

Der „Süddeutschen Zeitung“ sagte der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust, in der Politik müsse man „auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen“. Der CDU-Politiker fügte hinzu: „Wenn ein Minister offenkundig illoyal ist, wäre es klug, ihn rauszuschmeißen.“ Dann müsse die Kanzlerin sagen: „Ich bin der Kapitän an Bord. Ich habe jetzt drei Mal gemahnt, nun fliegst du raus.“

Der Hamburger Bürgermeister hob hervor, dass er den nüchternen Stil der Kanzlerin sehr schätze. „Aber manchmal braucht Politik Symbole“, fügte er hinzu. Jeder sollte wissen: „Wenn er wieder losschnattert, geht er ein Risiko ein.“

Zugleich beklagte Beust eine soziale Schieflage beim Sparpaket der Bundesregierung. Wenn man unten kürze, aber oben nicht, führe das „logischerweise zu Unverständnis“, wird er zitiert und fuhr fort:
„Also wäre es anders klüger gewesen.“ Weiter mahnte Beust, dass einige wohlhabende Bürger mehr Demut und Verantwortung zeigen sollten. Es werde zu viel geprotzt. „Mich treibt um, dass sich die Haltung oben wie unten verändert hat“, sagte er.

Arm und Reich habe es immer gegeben. „Aber jetzt gibt es mehr Menschen am unteren Ende, die aus vielerlei Gründen nicht mehr das Ziel des Aufstiegs oder die Kraft dafür haben und wollen, dass es ihren Kindern mal besser geht. Und es gibt mehr Menschen, die unverhohlen mit ihrem Reichtum angeben“, beklagte der CDU-Politiker.

ap

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