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Pussy Riot: Bundesregierung hält die Füße still

Flüchtige Bandmitglieder wollen ins Ausland Pussy Riot: Bundesregierung hält die Füße still

Zwei Musikerinnen der Band Pussy-Riot sind nach eigenen Angaben aus Russland geflohen, doch eine humanitäre Aufnahme ist für die Bundesregierung kein Thema.

Berlin. „Es gibt derzeit keine offizielle Bestätigung für die Flucht, insofern stellt sich die Frage der humanitären Aufnahme auch nicht“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums gestern in Berlin. Damit reagierte das Ministerium ablehnend auf einen Vorschlag von Volker Beck, menschenrechtspolitischer Sprecher der Grünen. Beck hält ein Aufnahmeverfahren „jenseits formaler Vorbehalte für eine wichtige Geste der Bundesregierung“. Unterstützung erhält er von Christoph Strässer, Sprecher der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD-Bundestagsfraktion: „Ein Aufnahmeangebot macht Sinn, weil es sich um politisch Verfolgte handelt.“ Die „Pussy-Riot“-Mitglieder hatten am Sonntag angekündigt, im Ausland „Feministinnen anzuwerben“.

Die drei zu Haftstrafen verurteilten Bandmitglieder haben derweil offiziell Widerspruch eingelegt. „Wir konnten erst heute reagieren, nachdem wir den Richterspruch endlich schriftlich erhalten haben“, sagte Anwalt Nikolai Polisow gestern. Die Urteilsbegründung sei stellenweise „sehr schwer zu verstehen“.

von Patrick Tiede

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