Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 12 ° Gewitter

Navigation:
Jubelnde Kanzlerin als Alptraum

Beim Viertelfinale der Fußball-Europameisterscharft wird Angela Merkel nicht anwesend sein. Zu groß Jubelnde Kanzlerin als Alptraum

Berlin. Es war nur eine Kurzzeit-Idee: Angela Merkel jubelnd auf der Ehrentribüne im Danziger Bernstein-Stadion. Die Löw-Elf ballert die Griechen-Mannschaft von Trainer Fernando Santos weg.

Voriger Artikel
Verhaltene Erleichterung
Nächster Artikel
Griechen haben nun Zeit zum Durchatmen
Quelle: Jesco Denzel

Ein Albtraum, so durchfuhr es manche gestern früh in den Politik- und Propagandafluren.

Schnell war klar: Der Besuch bleibt beim Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und dessen Abteilungsleiter Sport hängen. Friedrich kennt in Griechenland kaum jemand, dessen Jubelposen dürften niemand in Athen, Thessaloniki oder auf Lesbos erregen.

Auch die umgekehrte Vorstellung, wenngleich für deutsche Euro-Visionäre unvorstellbar, war kurz durch die Köpfe gerauscht: Die griechische Elf schießt das DFB-Team nach Hause und die Kanzlerin müsste dazu gute Miene machen?

Dann wäre doch wohl jeder einzelne der gut 100 Milliarden Euros, die direkt oder indirekt bis jetzt aus Deutschland in die Hilfe für Hellas flossen, eine Art Schuldzins für die Fußball-Schmach. Wie könnte man noch fair und frei miteinander reden, wenn der designierte griechische Regierungschef Antonis Samaras beim Siegtor in Danzig den Jubelschrei losließe und die Kanzlerin daneben bedröppelt aussähe.

Die Sache wurde gedreht und gewendet: und schließlich entschieden Merkel und ihre Strategen: Sie soll und will nicht der Keil sein, der Griechenland und Deutschland noch weiter trennt. Jetzt jubelt sie hinter verschlossenen Türen.

von Dieter Wonka

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Berliner Redaktion