Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Berliner Redaktion Immer Drama - und kein Ende in Sicht
Mehr Welt Politik Deutschland / Welt Berliner Redaktion Immer Drama - und kein Ende in Sicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:38 22.05.2012
Berlin

Es hätten gute Zeiten werden können. Ein Heiratsantrag von John, Pia liebt ihn doch. Aber der Tod von Verena hat auch diese Nähe zu Leon entstehen lassen. Was soll Pia nur tun? Definitiv schlechte Zeiten. Und das ganz alltägliche Übel in Deutschlands erfolgreichster täglicher Serie. Heute läuft die 5000. Folge von GZSZ - und der Heiratsantrag ist eines von vielen dramatischen Ereignissen, die die Fangemeinde in der Jubiläumswoche an den Bildschirm fesseln sollen. Und die ist nicht klein: Unter drei Millionen Zuschauer schalten selten ein, regelmäßig ist mehr als die Hälfte davon in der hart umkämpften Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren dabei.

GZSZ ist eine Instanz im deutschen Fernsehen, der Inbegriff des Privatfernsehens mit all seinen Vor- und Nachteilen. Als oberflächlich und trivial gescholten ist der Serie seit der ersten Folge am 11. Mai 1992 das Kunststück gelungen, immer nah am Zeitgeist zu bleiben. Ältere Zuschauer haben ganze Karrieren begleitet, zugesehen, wie Andreas Elsholz, Jeanette Biedermann und Yvonne Catterfeld erst Soap-, dann richtige Stars wurden. Sie begleiten den Schauspieler Wolfgang Bahro, der den durchtriebenen Anwalt Joachim „Jo“ Gerner darstellt, seitdem er 1993 in der 185. Folge erstmals auftauchte. Seitdem ist er immer dabei.

Gerner hat sie alle kommen und gehen gesehen. Alexandra Neldel, die danach mit „Verliebt in Berlin“ selbst eine tägliche Serie trug, und zuletzt die „Wanderhure“ zum Blockbuster machte. Oliver Petszokat, der als Oli P. in den 90ern an die Spitze der Charts stürmte. Aber auch zahllose Gaststars. Gerhard Schröder, Matthias Platzeck, Udo Walz, Herbert Feuerstein, Hape Kerkeling, Klaus Wowereit - keiner ließ sich vom Soap-Image abschrecken. In der am Montag beginnenden Jubiläumswoche werden Bands wie MIA und Unheilig bei einem Festival der fiktiven Serienbar „Mauerwerk“ in den Filmstudios Babelsberg auftreten.

GZSZ-Chefautorin Marie Hölker sieht den Erfolg auch mit der Herangehensweise an die Geschichten begründet. Klassische Bösewichte gebe es nicht, es verhielten sich immer wieder andere Charaktere auch mal moralisch fragwürdig. Das Bemühen, ihr Verhalten nachvollziehbar und realistisch zu machen, sei wichtig.

Auch bei der 5000. Folge werden wieder Millionen einschalten. Und dann gespannt sein. Ob aus den schlechten Zeiten für Pia nicht am Ende doch noch gute werden.

von Sebastian Scherer