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Eine Folterkammer mitten in Kiel

Durchsuchungen bei Hells Angels Eine Folterkammer mitten in Kiel

Grausame Details im Fall Tekin Bicer: Die Hells Angels sollen auf dem Gelände einer KFZ-Werkstatt in der Kieler Preußerstraße einen Folterkeller eingerichtet haben, in dem sie den Türken angeblich vor zwei Jahren misshandelten und erschossen.

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Nach der Razzia im Kieler Rotlichtmilieu suchten die Beamten am Freitag nach der Leiche eines seit zwei Jahren vermissten Mannes. (Foto: kn)

Kiel. Das gehe aus einem Durchsuchungsbeschluss der Polizei hervor, den Burkhard Leo, Anwalt des Hauseigentümers, nach eigenen Angaben eingesehen hat. Etwa 30 Polizisten und Spezialisten der Spurensicherung waren am Donnerstag und Freitag vor Ort und suchten in einem ehemaligen Trafohäuschen, das zu einer Lagerhalle umgebaut worden war, nach Spuren. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft wollten wegen des laufenden Verfahrens zu diesen Angaben Stellung nehmen.

Leo berichtete weiter, die Hells Angels hätten dort mehrere Menschen misshandelt. Der Anwalt vermutet, dass ein Zeuge „offensichtlich kalte Füße bekommen und diese Details der Polizei erzählt hat“. Die Polizei schätze ihn als glaubwürdig ein, weil er die Örtlichkeiten genau beschrieben habe und offensichtlich auch einige Male dabei gewesen sein soll, so der Anwalt.

Über die Art und Weise der Misshandlungen steht nichts in dem Beschluss. Möglicherweise hat dieser Zeuge auch den Hinweis zum Aufenthaltsort der Leiche gegeben. Die Werkstatt wurde von Joachim F. gemietet, der Beziehungen zu den Hells Angels unterhielt. Dort sollen Motorräder der Rocker repariert worden sein. Gestern wurden nach Informationen unserer Zeitung auch die Räume von F. in der Spreeallee durchsucht. Die Polizei nahm auch dazu nicht Stellung.

Unterdessen setzten Polizisten und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes gestern die Suche nach der Leiche des 47-jährigen Türken in einer Halle des Altenholzer Gewerbegebietes Lehmkaten fort. Mit einem Asphaltschneider trennten die Einsatzkräfte den Betonboden in der Größe von zwei mal drei Metern auf. Bis zum Abend gab es noch keine Ergebnisse. Zuvor hatten jedoch Leichenspürhunde angeschlagen.

Derzeit ist die Sicherheitslage in Kiel nach dem landesweit größten Polizeieinsatz gegen die Hells Angels angespannt. Die Polizei schließt nicht aus, dass eine andere Gruppierung in das Vakuum stößt, um die Vorherrschaft auf dem Kiez zu übernehmen. (kn)

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