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Awo hat Angst vor abschreckender Wirkung

Reaktionen auf Steuerpläne für Bundesfrewilligendienst Awo hat Angst vor abschreckender Wirkung

Die Reaktionen der sozialen Einrichtungen auf die Pläne des Bundesfinanzministeriums fallen unterschiedlich aus. Während die Caritas vor allem eine abschreckende Wirkung für ältere Bewerber befürchtet, sorgt sich die Awo um den jüngeren Nachwuchs.

Marburg. Armin Schomberg vom Caritasverband für die Diözese Fulda gab im Gespräch mit der OP zu bedenken, dass nur etwa 10 Prozent der Freiwilligen von den Plänen betroffen wären. "Die Botschaft, die hinter den Plänen steht, ist aber recht eindeutig und könnte vor allem auf Ältere, die neben dem Freiwilligendienst in Teilzeit arbeiten und ohnehin Steuern bezahlen, abschreckend wirken", so Schomberg. Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) zielt nicht zuletzt auf ältere Arbeitnehmer, die sich sozial engagieren wollen. Gleichwohl sei die Nachfrage nach Stellen im BFD sehr positiv: "Die Bereitschaft, sich am Bundesfreiwilligendienst zu beteiligen, ist laut Schomberg ungebrochen. "Die 35000 Freiwilligen werden jederzeit erreicht". Der Dienst könne aufgrund der hohen Nachfrage sogar noch ausgebaut werden.

Kritischer äußerte sich der erste Vorsitzende des Kreisverbandes Marburg-Biedenkopf der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Hans-Heinricht Thielemann, im OP-Gespräch: "Die Arbeiterwohlfahrt bewertet die Vorgänge negativ und erwartet einen Rückgang der Nachfrage nach BFD-Stellen". Durch die Botschaft, dass der Bundesfreiwilligendienst besteuert werden soll, würden viele junge Menschen abgeschreckt, sich auf eine Stelle zu bewerben. Zudem würde der bürokratische Aufwand steigen, um die Steuer zu erheben.Einig sind sich beide Verbände in der Auffassung, dass man die kommenden Wochen abwarten müsse, um eine gesicherte Prognose zu abzugeben.

von Tobias Thiele

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