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Deutschland / Welt Berliner Grüne liegen in Umfragen vor der SPD
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13:03 07.04.2011
Klaus Wowereit und Renate Künast treten im Berliner Wahlkampf als Konkurrenten an. Quelle: dpa

Die Atomkatastrophe in Japan beschert auch den Berliner Grünen ein neues Umfragehoch. Ein halbes Jahr vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin überflügelten die Grünen Anfang April erneut die regierende SPD. Mit 28 Prozent und einem deutlichen Plus von fünf Punkten im Vergleich zum Februar liegen die Grünen vor der SPD mit 26 Prozent (- 2) , ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der RBB-Abendschau und der „Berliner Morgenpost“ (Donnerstag). Im direkten Duell der Spitzenkandidaten ist allerdings der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) klar beliebter als seine Grünen-Herausforderin Renate Künast.

Die Berliner SPD sieht wegen der Popularität des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit keinen Grund zur Panik. „Allerdings schlagen im Moment die großen bundesweit diskutierten Themen Kernkraft und Enrgiepolitik offensichtlich auch auf Berlin durch“, sagte der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller. Der Politologe Nils Diederich wertete das Hoch der Grünen mehr als aktuelle Stimmung denn als langfristigen Trend. Grünen-Chef Daniel Wesener sagte: „Das ist ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, das am 18. September entschieden wird.“

Auf Platz 1 in der Wählergunst lagen die Grünen zuletzt im November 2010, im Oktober gar mit Spitzenwerten bis zu 30 Prozent. Noch im Februar - vor Fukushima - war die Rangfolge genau umgekehrt: Die SPD erzielte in Berlin 28 Prozent, die Grünen 23 Prozent.

Die CDU büßte nach der April-Umfrage ebenfalls 2 Punkte ein und landete bei 21 Prozent. Die Linke verlor einen Punkt und erreichte 15 Prozent. Die FDP verharrt bei 3 Prozent und würde aus dem Landesparlament fallen. Damit gäbe es derzeit mit 54 Prozent klar eine grün-rote Mehrheit unter einer Regierenden Bürgermeisterin Künast. Die rot-rote Regierung verfehlt dagegen erneut mit 41 Prozent deutlich eine eigene Mehrheit. Befragt wurden 1000 wahlberechtigte Berliner zwischen dem 1. und 4. April.

Im direkten Vergleich schlägt Wowereit seine Konkurrenten um Längen. Würde der Regierungschef direkt gewählt, sprächen sich 55 Prozent für Wowereit und 30 Prozent für Künast aus. CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel landet mit 19 Prozent abgeschlagen auf Platz 3. Auch bei der Beurteilung der Arbeit machte der SPD-Politiker den größten Sprung nach oben. 61 Prozent der befragten Berliner - 9 Punkte mehr als im Februar - sind mit dem Wirken Wowereits zufrieden. 44 Prozent bekunden das auch für die Arbeit von Künast (+ 1).

Auf diesen Popularitätsvorsprung ihres Spitzenkandidaten gründet die SPD auch ihre Hoffnung, die Wahl am 18. September wieder zu gewinnen. Auch in der aktuellen Umfragen werde bestätigt, „dass Klaus Wowereit im direkten Vergleich 25 Prozentpunkte vor Renate Künast liegt. Das macht deutlich, dass die Berliner wollen, dass Klaus Wowereit die Nummer Eins bleibt“,sagte SPD-Chef Müller. Deshalb sei für die SPD nach wie vor kein Thema, dass sie als Juniorpartner in eine grün-rote Regierung einsteige.

Künast interpretierte die Umfrageergebnisse naturgemäß anders. „Die Ära Wowereit war vielleicht schon im letzten Jahr zu Ende“, sagte Künast am Donnerstag dem Radiosender 105’5 Spreeradio. Die neusten Umfragezahlen zeigten, dass viele Berliner zu einem Regierungswechsel bereit seien. Zudem müsse man feststellen, dass Berlin nach fast 20 Jahren SPD-Regierungsbeteiligung und nach fast zehn Jahren rot-rotem Senat „Berlin weit unter seinen Möglichkeiten“ geblieben sei.

Parteienforscher Diederich warnte die Grünen vor zu früher Siegeszuversicht in der Hauptstadt. „Die Grünen sind eindeutig zu früh auf einem Umfragehoch, um daraus jetzt schon ein sicheres Ergebnis ableiten zu können“, sagte der Politologe dem Radiosender 104.6 RTL. Die geringeren Beliebtheitswerte der Grünen-Spitzenkandidatin erklärte er so: „Ich denke schon, dass die Art von Künast nicht so attraktiv ist wie die des Strahlemanns Wowereit. “

dpa

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