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Deutschland / Welt 24 Stunden Obama in Berlin
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17:42 18.06.2013
Kein Gully bleibt unversiegelt: Berlin bereitet sich auf die Ankunft der Obamas vor. Quelle: Surrey
Berlin

Es gab kein „vielleicht“ am Dienstagvormittag. Als ein Mitarbeiter der Berliner Wasserwerke in eine Ecke zeigt und sagt, da sei „vielleicht“ noch ein Gullydeckel, ist das eine Vermutung, die keine bleiben darf. Die anwesenden Polizisten studieren sofort den Plan. Es gibt tatsächlich noch einen Gully, der dringend versiegelt werden muss. Übliche Sicherheitsvorkehrungen für Staatsbesuche dieser Art. Dutzende Polizeiwagen säumen bereits am Vormittag die Straßen des Regierungsviertels und am Potsdamer Platz.

Hier trifft am Abend im Ritz Carlton eine der berühmtesten Familien der Welt ein – die Obamas. US-Präsident Barack Obama ist auf Europareise, besucht Kanzlerin Angela Merkel (CDU), ihren Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) und Bundespräsident Joachim Gauck. Vor 4000 Menschen spricht er am Brandenburger Tor. Das bedeutet höchste Sicherheitsstufe. Die First Lady der Vereinigten Staaten, Michelle Obama, verbringt den Tag mit ihren Kindern Malia Ann und Natasha („Sasha“) überwiegend getrennt vom Gatten. Erst am Abend treffen sie wieder aufeinander, beim Dinner im Schloss Charlottenburg mit 250 geladenen Gästen. Dabei wird nichts dem Zufall überlassen. Personal und Hotelangestellte sind mit Pässen ausgestattet, die belegen, dass sie im Vorfeld überprüft worden sind.

Das offizielle Programm der First Lady ist überschaubar. Morgens um 9.40 Uhr wird sie das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas besuchen. Das ist in Laufweite des Ritz Carlton. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass Michelle Obama gemütlich vom Hotel zum Mahnmal spaziert. Andererseits gilt: wo immer die Obamas auftauchen, werden schon lange vorher die Straßen gesperrt und Sicherheitsbereiche eingerichtet. Kein Risiko soll eingegangen werden. Sie könnte also durchaus laufen - mit ungeplanten Begegnungen wird sie zumindest nicht rechnen müssen.

Nach dem Besuch des Mahnmals wird die First Lady um 12 Uhr an der Bernauer Straße die Gedenkstätte Berliner Mauer gemeinsam mit Merkels Gatten Joachim Sauer aufsuchen. Anschließend ist der offizielle Teil beendet. Angeblich wird Michelle Obama im Restaurant „Käfer“ auf dem Reichstag speisen, möglicherweise sogar von der Kuppel aus auf die Stadt blicken, in der vor 50 Jahren John F. Kennedy seinen berühmten Satz „Ich bin ein Berliner“ sagte. Bestätigen möchte das, wie alle nicht offiziellen Programmpunkte, natürlich niemand. Ebenso wenig äußert sich jemand zu weiteren Plänen in Sachen Touri-Programm. Angeblich ist eine Rundfahrt durch Berlin geplant, zum Beispiel entlang der East Side Gallery und zum Checkpoint Charlie und dort zum Asisi-Panorama über das geteilte Berlin. Ein umfassendes Programm, das hauptsächlich dadurch möglich wird, dass Michelle keinerlei Probleme mit roten Ampel und dem sonst vor allem in Berlin-Mitte herrschenden Verkehrschaos haben wird.

Gerüchteweise sollen aber auch die Kinder unterhalten werden. Es soll am frühen Abend in eines der Kinos am Potsdamer Platz gehen, in denen auch Original-Sprachfassungen laufen. Das wäre insofern praktisch, dass zum Beispiel das Cinestar nur 100 Meter entfernt vom Hotel ist. Es heißt, dass, sollte der Plan umgesetzt werden, der Nachwuchs eine Privatvorführung bekommt. Sicherheitsvorkehrungen deuten zudem auch auf eine kleine Shopping-Tour im Einkaufszentrum am Potsdamer Platz hin, direkt gegenüber des Hotels. Die vornehmen Marken von Gucci bis Hermes gibt es zwar eher an Friedrichsstraße und Kurfürstendamm. Aus zwei Gründen könnten diese aber nicht in Frage kommen: Zum einen bräuchte man für diesen Ausflug noch mehr Absperrgitter. Zum anderen macht sich die Gattin des US-Präsidenten nahbarer, wenn sie sich in ganz gewöhnlichen Geschäften umschaut, die täglich Tausende Touristen betreten.

Um 21.30 Uhr werden Barack und die restlichen Obamas dann schon wieder in ihrer Air Force One sitzen und Berlin verlassen – nach etwas über 24 Stunden.

Sebastian Scherer

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