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Deutschland / Welt Ausländer sollen Ältere pflegen
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22:35 18.04.2011
Von Gabi Stief
Einige Wohlfahrtsverbände arbeiten bereits an Angeboten, die auf einen Mix aus professioneller Pflege und Betreuung durch ausländische Kräfte setzen. Quelle: Martin Steiner (Archiv)

Die Pflegekassen sollen für die Sozialversicherungsbeiträge ausländischer Hilfskräfte aufkommen, wenn die Familie der Hilfe ein Monatsgehalt von 800 bis 1000 Euro aus eigener Tasche zahlt, zusätzlich zu freier Kost und Logis, das ist der Plan der Union. Weder das Bundesgesundheitsministerium noch der Koalitionspartner wollten sich am Montag zu dem Papier äußern. Die FDP betonte, dass die interne Diskussion noch nicht beendet sei und die Union ihre Pläne mit 14 Prüfaufträgen versehen habe. Die Opposition kritisierte den Vorschlag als wenig durchdacht.

Die Gesundheitspolitiker von CDU und CSU äußern in ihrem Papier Verständnis für Familien, die Betreuerinnen aus Osteuropa illegal einstellen. Gerade bei demenzkranken Pflegebedürftigen stießen die Angehörigen an ihre Grenzen, weil diese Krankheit eine 24-Stunden-Betreuung erfordere, heißt es in dem Entwurf, der noch nicht abschließend in der Fraktion diskutiert wurde. Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung in Köln schätzt, dass derzeit mindestens 100.000 Frauen schwarz in der häuslichen Pflege arbeiten.

Die Unionspolitiker glauben nicht, dass sich das Problem bereits mit der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Pflegekräfte aus Osteuropa ab dem 1. Mai automatisch erledigt. Die Fachpolitiker empfehlen ausdrücklich, für die häusliche Rund-um-die-Uhr-Betreuung von Pflegebedürftigen auch Helfer und Helferinnen aus Nicht-EU-Ländern zuzulassen.

Die Pflegeexpertin der Grünen, Elisabeth Scharfenberg, kritisierte die Pläne. Das Problem werde nicht gelöst, indem man einfach mehr Arbeitskräfte ins Land hole. Österreich habe die Betreuung durch ausländische Helferinnen legalisiert, aber ausdrücklich von der Pflege abgegrenzt, betonte Scharfenberg. Für eine gute Versorgung sei eine professionelle Begleitung durch einen ambulanten Pflegedienst zwingend.

Einige Wohlfahrtsverbände arbeiten bereits an Angeboten, die auf einen Mix aus professioneller Pflege und Betreuung durch ausländische Kräfte setzen. So will die Caritas in Oldenburg, wie berichtet, ab Mai auf Wunsch polnische Helferinnen vermitteln, die vorübergehend in der Familie leben. Die Kosten beliefen sich einschließlich Essen und Unterkunft auf etwa 1800 Euro im Monat. Zusätzlich käme weiterhin regelmäßig der ambulante Dienst ins Haus.

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