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Deutschland / Welt Attentäter tötet US-General in Kabul
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00:15 08.08.2014
Alarm in einem Militärcamp in Kabul: Ein Attentäter hat das Feuer auf Offiziere der Isaf-Schutztruppe und afghanische Soldaten eröffnet – ein US-General starb. Quelle: dpa
Kabul

Es ist gerade einmal zwei Wochen her, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erstmals die afghanische Armee in Masar-i-Scharif besuchte. Nach der Ankunft mit bewaffneten Transporthubschraubern im Camp Schahin wurde ihre Delegation in schwer gepanzerten Fahrzeugen über das Kasernengelände transportiert. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit unter Verbündeten stellt man sich anders vor. Wie notwendig das Misstrauen ist, zeigte sich am Dienstag in Kabul: Ein Mann in einer Uniform der afghanischen Nationalarmee eröffnete in einer Militärakademie das Feuer und tötete mindestens einen Soldaten der internationalen Afghanistantruppe Isaf.

Nach Informationen der „New York Times“ soll der Tote ein US-Generalmajor sein. Einen so hochrangigen Verlust hatten Isaf und US-Armee im Afghanistankrieg noch nie zu beklagen. Ein deutscher Brigadegeneral und 14 weitere Isaf-Soldaten wurden verletzt. Laut „Spiegel Online“ wurde auch der deutsche Brigadegeneral Michael Bartscher bei dem Anschlag verletzt. Er sei nicht in Lebensgefahr, berichtete das Einsatzführungskommando der Bundeswehr.
Nach Angaben der Bundeswehr kam es ausgerechnet bei einem sogenannten „Key Leader Engagement“ zu dem Angriff. Bei diesen Treffen ausländischer Offiziere mit afghanischen Funktionsträgern soll eigentlich Vertrauen geschaffen werden. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar. Das afghanische Verteidigungsministerium erklärte, dass ein „Terrorist in der Uniform der Nationalarmee“ das Feuer auf afghanische und ausländische Truppen eröffnet habe – vermutlich also ein Taliban-Kämpfer.

Der Fall wirft ein Schlaglicht darauf, dass Afghanistan nicht nur außerhalb der Camp-Mauern gefährlich für die internationalen Truppen ist. Er zeigt zugleich, dass die Arbeit der Soldaten nach dem Auslaufen des Nato-Kampfeinsatzes zum Jahresende riskant bleibt. Ab 2015 sollen deutsche und andere ausländische Soldaten vor allem afghanische Sicherheitskräfte ausbilden und beraten – mit denen sie dann vertrauensvoll zusammenarbeiten müssen.

Die US-Webseite „Long War Journal“, die sich mit islamischen Extremisten befasst, verzeichnet 88 im Militärjargon „Green on Blue“ genannten Angriffe seit Anfang 2008. Dabei wurden dieser Statistik zufolge 143 ausländische Soldaten getötet und 180 verwundet. Unter den Opfern im Jahr 2011 waren auch drei deutsche Soldaten, die ein Attentäter auf dem Stützpunkt OP North in der nordafghanischen Provinz Baghlan erschoss. 2012 forderten die sogenannten Innentäter-Angriffe die meisten Opfer, 64 ausländische Soldaten starben. Die Isaf reagierte mit der Einführung des „Guardian-Angel“-Konzepts. Wenn ausländische Soldaten mit afghanischen Sicherheitskräften zusammentreffen, sind die „Schutzengel“ in der Regel nicht weit. Sie sind internationale Soldaten, die ihre Waffe am Mann tragen, unauffällig ihre einheimischen Kameraden beobachten – und im Fall eines Angriffs auf sie schießen.

Michael Fischer und Can Merey

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