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Deutschland / Welt Asylbewerber soll Anschlag in Berlin geplant haben
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14:11 09.04.2017
In einer Flüchtlingsunterkunft in Sachsen hatte es einen Anti-Terror-Einsatz gegeben.  Quelle: LVZ
Borsdorf

 Die sächsischen Sicherheitsbehörden haben möglicherweise einen geplanten Anschlag in Berlin im letzten Moment verhindert. Bei einem Anti-Terror-Einsatz am Sonnabend in einem Flüchtlingsheim in Borsdorf (Kreis Leipzig) nahmen Spezialeinsatzkräfte einen Bewohner fest.

Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung soll der Festgenommene ein 25-jähriger Marokkaner sein, der am Sonnabend eine Gewalttat in der Hauptstadt verüben wollte. Der Nordafrikaner stehe unter dem Verdacht, eine schwere staatsgefährdete Straftat vorbereitet zu haben, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag der LVZ, ohne Details zu bestätigen.

In den frühen Morgenstunden rückte die Polizei an

Das sächsische Landeskriminalamt (LKA) hatte nach eigenen Angaben bereits am Freitagabend „Hinweise auf eine mögliche geplante Straftat und deren Ausführenden“ erhalten. Noch in der Nacht zum Sonnabend wurde bei der Polizeidirektion Leipzig deshalb eine Sondereinheit gebildet, die den Fall übernahm.

„In den frühen Morgenstunden konnte der Tatverdächtige durch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes festgenommen werden“, berichtete LKA-Sprecher Tom Bernhardt. Zu Zwischenfällen kam es bei dem Einsatz laut LKA nicht.

Verdächtiger soll auch für Bombendrohung verantwortlich sein

Wie aus informierten Kreisen verlautet, soll es sich bei dem Festgenommenen um denselben jungen Mann handeln, der am 8. Februar mit einer Bombendrohung einen Polizeigroßeinsatz am Bildungs- und Technologiezentrum in Borsdorf ausgelöst hatte.

Offenbar war er es, der zwei Schüler vor dem Gebäude gegen 8.15 Uhr angesprochen und diese gewarnt hatte, in die Schule zu gehen, weil sich in seinem Rucksack eine Bombe befinde. Die Schüler informierten daraufhin die Schulleitung, die das Gelände räumen ließ.

Beschrieben wurde der Unbekannte als südländischer, etwa 1,80 Meter großer Typ zwischen 30 und 35 Jahren, mit dunklen Haaren und dunklem Bart. Die Polizei fand damals weder den Tatverdächtigen noch Sprengstoff.

Von Robert Nößler/Frank Pfeifer/Thomas Lieb/Lucas Grothe/LVZ/RND