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Deutschland / Welt Angela Merkel, die Drachenreiterin
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14:51 20.03.2017
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Donald Trump. Quelle: dpa
Washington

Donald Trump scheint zwei Eigenschaften zu haben, die bisher noch nicht so sehr ins Rampenlicht gerückt wurden: Lernfähigkeit und schnelle Auffassungsgabe. Denn der Besuch der Kanzlerin in Washington samt ihrer hochkarätigen (Wirtschafts-)Delegation scheint dem US-Präsidenten einen exklusiven Crashkurs in Diplomatie, bilateralem Handeln und deutscher Effizienz („German eficiency“) vermittelt zu haben. Anders sind die Elogen des sonst so rumpeligen Trump auf seinen deutschen Gast und deren Land nicht zu deuten. „Wir wollen Fairness, keine Siege“, war so ein Satz, was die Handelsbeziehungen anbelangt. Oder: „Deutschlands Ausbildungssystem sucht seinesgleichen.“ Da war plötzlich Listening first, zuerst zuhören, statt „America first“ angesagt. Bemerkenswert auch Trumps Einschätzung der deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen: „Die deutschen Unterhändler haben bisher einen wesentlich besseren Job gemacht als die Amerikaner. Respekt dafür. Aber wir werden versuchen, das fair auszugleichen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Freitag Abend mit dem neuen US-Präsidenten in Washington zusammengekommen. Es ist das erste Treffen der Regierungschefs.

Die Kanzlerin hat das getan, was ihre Stärke ist: Sie hat beharrlich die früheren Ausfälle ihres Gegenübers ignoriert und bestens vorbereitet Tatsachen sprechen lassen – und die besten Vertreter der deutschen Wirtschaftsmacht. Diesen Fakten mochte sich dann selbst Donald Trump nicht verschließen. Geschickt charmierte ihn die Kanzlerin mit Amerikas historischer Bedeutung für Deutschland und indem sie seine Formulierung des fairen Handels auch zu ihrem Primat erkor. „Wir haben beim Treffen mit den Auszubildenden gesehen, wie sehr unsere beiden Länder voneinander profitieren.“ Da blieb auch Trump nicht mehr viel übrig, als sogar regelrecht charmant auf eine Frage eines deutschen Fake-News-Feindes (dem Kollegen von der Welt) zu antworten, was denn nun von den Abhörvorwürfen an die Obama-Administration noch übrig geblieben sei. „Wir haben da etwas gemeinsam, was die vergangene Regierung anbelangt“, sprach der Präsident launig – und bat seinen Gast zum Mittagessen.

Angela Merkel hat den Drachen geritten – und dabei auch noch bella figura gemacht.

Von Daniel Killy/RND

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