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Deutschland / Welt AfD-Abgeordnete fordert Erschießung von Plünderern
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08:44 13.07.2017
Die AfD-Abgeordnete Christel Weißig hat mit einem mittlerweile gelöschten Facebook-Post einen Eklat ausgelöst. Quelle: dpa/Facebook
Schwerin

In den sozialen Netzwerken ist Christel Weißig fleißig aktiv. Die 71 Jahre alte AfD-Politikerin, die seit 2016 im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern sitzt, nutzt Facebook und Co. regelmäßig, um Stellung zu beziehen.

In der Vergangenheit ist Weißig dabei mitunter negativ aufgefallen – mit islamfeindlichen Kommentaren oder auch mit der irrwitzigen Forderung, dass Flüchtlinge verpflichtet werden sollen, Schweinefleisch zu essen.

Landespolitiker reagieren entsetzt

Nun sorgt Christel Weißig erneut mit einem Facebook-Kommentar für Aufsehen: Nach Berichten über Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg fordert sie den Schießbefehl gegen Plünderer. Wörtlich schreibt die amtierende Alterpräsidentin des Schweriner Landtags: „Plünderer werden sofort erschossen, warum gilt es bei uns nicht?“ Der Beitrag stammt vom 8. Juli. Weißig hat den Post mittlerweile gelöscht.

Wellen schlägt er dennoch: Landespolitiker sind entsetzt, wie die Ostsee-Zeitung berichtet. Der SPD-Politiker Jochen Schulte stellt Weißigs Aussage in eine Reihe mit früheren aus der AfD: „Erst soll auf Flüchtlinge und ihre Kinder an den Grenzen geschossen werden, jetzt auf Extremisten im Hamburger Schanzenviertel – wer kommt als nächstes dran?“ Damit machten „Teile der AfD“ deutlich, „dass sie zu einer ernsthaften Diskussion über die Probleme nicht in der Lage sind“.

Weißig schweigt, Fraktion versucht Schadensbegrenzung

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) zeigt sich „erstaunt, dass die AfD Scharia-Methoden einführen will, um ihren Willen durchzusetzen“. Caffier kommentiert: „Zum Glück leben wir in einem Rechtsstaat“. Empört zeigte sich Peter Ritter von der Links-Fraktion. „Nach dieser Äußerung wird Frau Weißig von meiner Fraktion nicht mehr als Alterspräsidentin akzeptiert“, sagte er.

Weißig wollte am Mittwoch nicht zu ihrer Aussage Stellung nehmen – oder durfte es nicht mehr, nachdem die Fraktionsspitze ihr einen Maulkorb verpasst hat. „Frau Weißig hat mit Blick auf die massiven Krawalle in ihrer Geburtsstadt, den zahlreichen zum Teil schwer verletzten Polizisten sehr emotional reagiert“, versucht sich Henning Hoffgaard, Sprecher der AfD-Fraktion, in Schadensbegrenzung. Sie habe „mit einer überspitzt formulierten Frage“ versucht, darauf aufmerksam zu machen, „dass der Staat angesichts derart menschenverachtender Gewalt machtlos ist“.

Nachdem sie gemerkt habe, dass der Beitrag auch missverstanden werden könne, habe sie ihn gelöscht. Auch Weißig sei der Auffassung, „dass Plünderungen von Geschäften, Wohnungen oder anderen Häusern verabscheuungswürdige Verbrechen darstellen, die mit der ganzen Härte des Rechtsstaats verfolgt werden müssen“.

Von RND/Frank Pubantz/zys

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