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Deutschland / Welt A400M macht schlapp – Pech für von der Leyen
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17:15 07.02.2017
Gleich bei der ersten Dienstreise von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit einem modernen A400M-Transportflugzeug hat die Maschine ihren Dienst versagt.   Quelle: dpa
Rukla

 Immer neuer Ärger mit dem ambitionierten, aber selten praxistauglichen Militärtransporter vom Typ Airbus A400M. Auf seinem Jungfernflug mit der Verteidigungsministerin an Bord machte am Dienstagmittag einer der acht in Dienst gestellten Propellertransportmaschinen auf dem Flughafen der litauischen Stadt Kaunas schlapp – wegen eines Triebwerkschadens.

Gleich bei der ersten Dienstreise von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit einem modernen A400M-Transportflugzeug hat die Maschine ihren Dienst versagt.

Von der Leyen rechnet mit „Hohn und Spott“

Für den Rückflug der Ministerin und von knapp zwei Dutzend Journalisten nach Berlin musste die Bundesluftwaffe deshalb eine der uralten, aber flugwilligen Transall-Maschinen nach Kaunas holen. Sie stelle sich auf „Hohn und Spott“ in der Bundeshauptstadt ein, meinte Ursula von der Leyen. Zum Glück sei das Triebwerkproblem erst nach der Landung diagnostiziert worden.

Eigentlich sollte der A400M bereits komplett die Transall als Fluglastesel der Truppe abgelöst haben. Doch von 53 Maschinen sind gerade mal acht Maschinen ausgeliefert. Und auch bei diesen Maschinen treten immer wieder Probleme auf. Mit den Herstellern streitet der Bund auch deshalb um Schadensersatz.

Ursula von der Leyen war nach Litauen gereist um die ersten deutschen Truppen als Teil des Anti-Aggressions-Bataillon gegen den russischen Nachbarn zu bilden.

A400M: Der Problemfall der Bundeswehr

Es ist nicht die erste Panne mit dem Militärtransporter, der mit jahrelangen Entwicklungsverzögerungen und Kostensteigerungen aufgefallen ist: Im Mai 2015 war ein A400M bei einem Testflug im spanischen Sevilla abgestürzt. Vier Menschen waren dabei ums Leben gekommen. Absturzursache war ein Softwarefehler in der Triebwerksteuerung gewesen (mehr dazu finden Sie hier).

Der A400M gilt als das modernste militärische Transportflugzeug der Welt, aber auch als größter Problemfall der Bundeswehr. Politische, finanzielle und technische Probleme verzögerten die Entwicklung jahrelang. Bisher hat die Luftwaffe acht von 53 bestellten A400M-Flugzeuge erhalten, die bislang nach Angaben des Verteidigungsministeriums 3300 Passagiere und 900 Tonnen Nutzlast transportierten.

Der taktische Militärtransporter soll die veralteten Transporter verschiedener Luftstreitkräfte ersetzen, in Deutschland die teils fast fünf Jahrzehnte alten Transall-Maschinen. Der erste Prototyp wurde Ende 2009 erprobt. Im Oktober 2013 stellte die französische Luftwaffe das erste Serienmodell in Dienst. Die Luftwaffe bekam Ende 2014 ihre erste Maschine.

Das propellergetriebene Flugzeug hat eine Gesamtlänge von 45 und eine Spannweite von 42,40 Metern. Bei einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 780 Stundenkilometern kommt die Maschine bei 20 Tonnen Nutzlast auf eine Reichweite von maximal 6390 Kilometern.

Die Transportmaschinen vom Typ A400M werden ausschließlich auf dem Fliegerhorst Wunstorf (Region Hannover) stationiert.

Von RND/Dieter Wonka/sbü