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Deutschland / Welt Gabriel führt Niedersachsen-SPD in die Wahl
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15:59 15.06.2013
Sigmar Gabriel ist mit 98,2 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten der niedersächsischen SPD für die Bundestagswahl 2013 gewählt worden. Quelle: dpa
Walsrode

99 Tage vor der Bundestagswahl hat die niedersächsische SPD ihren Bundesparteichef Sigmar Gabriel zum Spitzenkandidaten gewählt. Auf dem Landesparteitag in Walsrode stimmten 98,2 Prozent der Delegierten für Gabriel - lediglich ein Delegierter votierte gegen ihn, zwei enthielten sich. Einen Gegenkandidaten hatte es nicht gegeben. Auch Gabriel selbst hatte nicht mit einer Überraschung gerechnet. Als das Ergebnis verkündet wurde, war der SPD-Chef bereits auf dem Weg zum nächsten Termin.

Für Gabriel ist es die erste Topplatzierung auf der Landesliste. Bei seiner ersten Kandidatur für eine Bundestagswahl im Jahr 2005 hatte er Platz fünf inne, vor vier Jahren musste er sich nach parteiinternen Streitigkeiten sogar nur mit Platz 24 zufriedengeben. 2009 hatte Gabriel jedoch 44,9 Prozent der Erststimmen in seinem Wahlkreis Salzgitter/Wolfenbüttel und damit das Direktmandat geholt.

Vor der Wahl hatte Gabriel die rund 175 anwesenden Parteifreunde, darunter auch Vertreter der Landesregierung um Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), zu einem engagierten Wahlkampf bis zum 22. September aufgerufen. „Unser größter Gegner sind die Nichtwähler, die enttäuscht zu Hause bleiben. Um die müssen wir kämpfen“, betonte er. CDU und FDP würden von einer geringen Wahlbeteiligung besonders profitieren, da ihre Stammwähler nicht so schnell zu Hause blieben.

Zudem attackierte Gabriel in seiner rund 30-minütigen Rede die Arbeit der schwarz-gelben Bundesregierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). „Jeden Tag Koalitionsstreit, keine Entscheidungen, das war die größte Nichtregierungsorganisation, die das Land seit jeher erlebt hat“, sagte Gabriel. Merkel sei keine Bundeskanzlerin, sondern eine „professionelle Anschein-Erweckerin“.

Deutschland brauche aber einen Regierungschef, der - wie es nur SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück könne - Klartext spreche und auch unangenehme Entscheidungen treffen könne. „Es geht um unsere Ideen für dieses Land - ein solidarischeres und gerechteres Land.“

Hinter Gabriel folgen auf der insgesamt 60 Plätze umfassenden Landesliste die Chefin der SPD-Landesgruppe Niedersachsen/Bremen im Bundestag, Gabriele Lösekrug-Möller, aus Hameln-Pyrmont/Holzminden und der Göttinger Thomas Oppermann, derzeit Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Auf Platz vier wählten die Delegierten die noch nicht im Bundestag aktive Susanne Mittag (Delmenhorst-Wesermarsch) und auf Rang fünf Bundestagsfraktionsvize Hubertus Heil (Gifhorn-Peine). Die Bundestagswahl findet am 22. September statt - SPD-Spitzenkandidat ist Peer Steinbrück. 

dpa

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