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Deutschland / Welt 70 Fußballfans sterben nach Attentat bei Public Viewing
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16:52 12.07.2010
Die Al-Shabaab-Miliz in Somalia hatte erst in der vergangenen Woche zu Anschlägen auf diplomatische Einrichtungen Burundis und Ugandas aufgerufen. Quelle: dpa

Bombenterror gegen Fußballfans in Uganda: Bei Sprengstoffanschlägen während des WM-Finales sind in Kampala mindestens 70 Menschen getötet worden. Viele Verletzte ringen noch mit dem Tod. Wer sind die Täter? Erste Hinweise deuten auf radikale Islamisten aus Somalia.

Kampala/Mogadischu (dpa) - Bei Bombenanschlägen auf Fußballfans in der ugandischen Hauptstadt Kampala sind seit Sonntagabend mindestens 70 Menschen getötet worden. Unter den Toten ist auch ein US-Bürger. Die Polizei sprach am Montagmorgen zunächst noch von 64 Toten, doch bis zum Nachmittag erlagen weitere Menschen ihren schweren Verletzungen. Ärzte kämpften am Montag noch um das Leben vieler der mehr als 60 Verletzten. Die Polizei geht von einem Terrorakt aus und vermutet radikalislamische Extremisten aus Somalia als Täter.

Zwei Bomben explodierten am späten Sonntagabend kurz hintereinander in einem äthiopischen Restaurant und in einem Rugbyclub, wie Sicherheitskräfte sagten. Dutzende Fußballfans, die dort das Endspiel der WM zwischen Spanien und den Niederlanden in Südafrika auf Großleinwänden verfolgten, wurden in den Tod gerissen.

Die Täter hätten die Anschläge sorgfältig vorbereitet und eine möglichst große Zahl von Menschen töten wollen. „Wir hatten den Verdacht, dass diese Leute etwas planen“, sagte Polizeichef Kale Kayihura der Zeitung „New Vision“.

Die Al-Shabaab-Miliz in Somalia hatte erst in der vergangenen Woche zu Anschlägen auf diplomatische Einrichtungen Burundis und Ugandas aufgerufen. Die beiden Staaten stellen das Kontingent der Friedenstruppen der Afrikanischen Union in Somalia.

„Wir werden die Täter finden und zur Verantwortung ziehen, wo immer sie auch sind“, kündigte der ugandische Präsident Yoweri Museveni am Montag bei einem Besuch der beiden Tatorte an. Der somalische Präsident Sheik Sharif Ahmed sprach in einer in Mogadischu veröffentlichten Stellungnahme von einem „abscheulichen Terrorakt“.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte die Anschläge in Berlin. Es sei an Heimtücke kaum zu überbieten, wenn Menschen, die sich ein friedliches Sportfest ansehen wollten, durch solche Anschläge getötet würden, sagte er. Die EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton sprach von „feigen Angriffen auf unschuldige Zivilisten.“ Auch die USA verurteilten den Anschlag. „Unser Mitgefühl ist mit den Familien und Freunden der Opfer in Uganda und den USA.“ Die USA würden mit Uganda zusammen daran arbeiten, die Täter vor Gericht zu bringen, sagte Außenministerin Hillary Clinton.

In Südafrika, wo der erfolgreiche Abschluss der ersten Fußballweltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent gefeiert wurde, verbreitete sich die Nachricht über den Anschlag erst am Montag. „Man kann die Verbrechen in der Welt nicht stoppen, selbst wenn man sich wünschen würde, dass während der WM Frieden herrscht und alle Menschen von ihren Gefühlen geleitet werden“, sagte FIFA- Chef Joseph Blatter. Die südafrikanische Regierungspartei ANC sprach von Tätern „ohne Seele“.

Nach der Nachricht über das Massaker herrschte am Montag in den Straßen von Kampala deutlich weniger Betrieb, mehrere Geschäfte in belebten Stadtvierteln blieben zunächst geschlossen. Radiostationen erhielten zahlreiche Anrufe von besorgten Menschen, die Freunde und Verwandte unter den Opfern der Anschläge vermuteten.

dpa

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