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Politik Blutige Straßenschlachten nach Protestanten-Märschen in Nordirland
Mehr Welt Politik Blutige Straßenschlachten nach Protestanten-Märschen in Nordirland
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08:43 13.07.2010
Straßenschlachten in Nordirland: Katholische Demonstranten warfen mit Steinen, Flaschen und Molotow-Cocktails auf die Sicherheitskräfte, die sich mit Wasserwerfern und Gummigeschossen zur Wehr setzten. Quelle: ap

Bei gewalttätigen Ausschreitungen gegen die traditionellen Protestanten-Märsche in Nordirland ist am Montagabend eine Polizistin offenbar schwer verletzt worden. Die Frau sei zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei in Belfast mit. Der lokale Fernsehsender UTV berichtete, die Polizistin sei von einem schweren Gegenstand am Kopf getroffen und zu Boden geschleudert worden. Der Polizei ist es bis zum frühen Dienstagmorgen nicht gelungen, die Ausschreitungen an mehreren Orten in der Region vollständig unter Kontrolle zu bekommen. Katholische Demonstranten warfen mit Steinen, Flaschen und Molotow-Cocktails auf die Sicherheitskräfte, die sich mit Wasserwerfern und Gummigeschossen zur Wehr setzten. Die traditionellen Märsche des protestantischen Oranier-Ordens am Montag hatten die Proteste ausgelöst.

Die Polizei und Politiker machten Dissidenten der Irisch Republikanischen Armee (IRA) dafür verantwortlich, die Gewalt angestachelt und koordiniert zu haben. Die Ausschreitungen hatten in dem Belfaster Stadtteil Ardoyne begonnen, wo etwa 100 Demonstranten eine Sitzblockade veranstalteten, um einen Zug der Oranier aufzuhalten. Zugleich griffen vermummte Männer und Jugendliche die Polizei an. Von dort aus breitete sich die Gewalt in andere Arbeitergegenden Belfasts und in andere Städte aus.

Bereits im Vorfeld der Umzüge waren in der Nacht zu Montag bei Ausschreitungen nach offiziellen Angaben 27 Polizisten verletzt worden, davon drei durch Schussverletzungen. Die Randalierer hatten unter anderem Feuerwerkskörper auf Beamte geschossen.

In der Vergangenheit gab es bei den Protestanten-Märschen immer wieder schwere Ausschreitungen. Mit den Umzügen erinnern die Oranier an den Jahrestag eines historischen Sieges über die Katholiken. In der Schlacht am Fluss Boyne hatte Wilhelm III. von Oranien im Juli 1690 den zum Katholizismus übergetretenen Jakob II. besiegt.

ap/afp

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