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Politik Al-Asrak: Die Fakten zur neuen Luftwaffenbasis
Mehr Welt Politik Al-Asrak: Die Fakten zur neuen Luftwaffenbasis
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12:10 21.06.2017
Ein deutscher Tornado vor dem Wartungshangar der Basis Incirlik. In Zukunft werden die Jets von der jordanischen Luftwaffenbasis Al-Asrak abheben. Quelle: Bundeswehr
Berlin

Die Türkei lies der Bundesregierung keine andere Wahl: Das Kabinett beschloss Anfang Juni den Truppenabzug aus dem türkischen Incirlik ins jordanische Al-Asrak. Der Bundestag wird diese Entscheidung am Mittwoch einhellig absegnen, nachdem er immer wieder auf das Besuchsrecht pochte. Wir beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen zum neuen Luftwaffenstützpunkt.

Wann wird die Bundeswehr denn in Al-Asrak voll einsatzfähig sein?

Voraussichtlich muss die Beteiligung der Bundeswehr an dem Anti-IS-Einsatz für zwei Monate unterbrochen werden. So lange dauert es, um das Herzstück des Einsatzes nach Jordanien zu schaffen. Dabei handelt es sich um die Bodenstation, in der die Bilder der „Tornado“-Aufklärungsflugzeuge ausgewertet werden. Sie ist in mehreren Containern untergebracht. Insgesamt muss die Bundeswehr 200 Container von Incirlik nach Al-Asrak schaffen - mit dem Flugzeug oder per Schiff und auf Lastwagen. Es ist also eine größere logistische Herausforderung.

Was ist Al-Asrak für ein Standort?

Die Gegend um das Schloss von Al-Asrak nutzte nach Angaben des jordanischen Militärs bereits 1918 der als Lawrence von Arabien zur Legende gewordene Brite Thomas Edward Lawrence zum Start und zur Landung von Flugzeugen. Die Region erschien vor allem wegen klarer Sicht und guten Wetters als Standort für einen Militärflughafen geeignet, zu dem Al-Asrak Ende der 1970er Jahre ausgebaut wurde. Schon jetzt wird der Stützpunkt auch für den Kampf gegen den IS benutzt. Wie in Incirlik ist auch in Al-Asrak die US-Luftwaffe stationiert. Das ist wichtig für die Versorgung der Bundeswehrtruppe zum Beispiel mit Treibstoff für die Flugzeuge.

Was bedeutet der Umzug für die Einsatzbedingungen?

Sie verschlechtern sich. Die Versorgungslage ist trotz der US-Präsenz nicht ganz so gut wie in Incirlik. Außerdem ist die Lage weniger günstig. Um nach Incirlik zu kommen, müssen die Bundeswehr-Flieger ausschließlich Nato-Gebiet überqueren. Auf dem Weg nach Jordanien müssen sie über Länder hinwegfliegen, die nicht zum Bündnisgebiet gehören. Das Einsatzgebiet - Syrien und der Irak - ist von Jordanien allerdings ähnlich gut zu erreichen wie von Incirlik aus.

Sind künftig gar keine deutschen Soldaten mehr in der Türkei?

Doch. 20 bis 30 Soldaten beteiligen sich von Konya aus an den Nato-Aufklärungsflügen mit „Awacs“-Maschinen.

Warum werden die nicht abgezogen?

Da es sich um einen Nato-Stützpunkt handelt, hat die Türkei für Konya eine Besuchserlaubnis für Bundestagsabgeordnete erteilt. Für den 17. Juli ist eine Reise der Obleute des Verteidigungsausschusses geplant.

Dürfen die Abgeordneten die Soldaten in Jordanien besuchen?

Das dürfte Verteidigungsministerin von der Leyen bei ihren Vorgesprächen in Jordanien geklärt haben. Der Linke-Abgeordnete Alexander Neu will trotzdem so früh wie möglich die Probe aufs Exempel machen. Er hat bereits einen Besuch in Al-Asrak beantragt.

Von RND/dpa/sos

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