Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Welt Seeleute kaufen Schokoladenregale leer
Mehr Welt Seeleute kaufen Schokoladenregale leer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:54 05.11.2018
Seemänner von den Philippinen stehen in einem Supermarkt vor einem Regal mit verschiedenen Schokoladen. Viele ausländische Seeleute kaufen in Deutschland gerne Schokolade, als Mitbringsel für Zuhause. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
Bremerhaven/Hamburg

Die sechs jungen Seemänner von den Philippinen sind gut gelaunt. Sie haben alles gefunden, was sie im Bremerhavener Supermarkt „Roter Sand“ gesucht haben - Schokolade in allen Varianten: Vollmilch, Nuss, Marzipan; als Tafel, Riegel oder auch Praline. Jeder hat einen Einkaufskorb vor sich, der bis oben hin voll ist. „Wenn wir in Bremerhaven sind, kommen wir jedes Mal her“, sagt Emeth Ibanez auf Englisch. „Deutsche Schokolade ist lecker“, ergänzt sein Kollege Jefferson Clanza und lacht.

Schokolade aus Deutschland ist beliebt

Doch die meisten Tafeln werden die Seeleute nicht selbst essen, sie sind als Mitbringsel für Familie und Freunde gedacht. Schokolade aus Deutschland steht bei ihnen hoch im Kurs. „Sie ist anders als bei uns“, betont Emeth Ibanez. Dieses Mal kauft er für einen an Bord gebliebenen Kollegen mit ein. „Die Seeleute wissen, dass selbst die günstigen No-Name-Produkte eine sehr hohe Qualität haben“, sagt Supermarkt-Inhaber Jens Knauer. Viele griffen aber auch ganz gezielt zu den bekannten Marken.

Lesetipp: So viel Schokolade mit Fairtrade-Siegel gibt es bereits in Niedersachsen

Knauers rund um die Uhr geöffneter Supermarkt am Eingang zum Überseehafen in Bremerhaven hat sich mittlerweile auf die hohe Nachfrage nach Schokolade eingestellt. Die Regale in der Abteilung wurden extra vergrößert, damit mehr Tafeln und Packungen hintereinander liegen können. „Sonst wären die Regale schnell leer gefegt“, sagt Knauer. Bei ihm können die Seefahrer auch mit Dollar bezahlen. Die größte eingekaufte Schokoladenmenge eines Seemannes, die er erlebt habe, seien mehr als 2000 Tafeln gewesen - also rund 200 Kilo. „Er hat wohl eine große Familie“, schmunzelt Knauer.

Preis und Geschmack stimmen die Philippinen zufrieden

Auch die Seemannsmissionen in Bremerhaven und Hamburg haben das Sortiment in ihren Shops auf die Bedürfnisse der Seeleute ausgerichtet. Joel Soriano von den Philippinen steht vor dem Süßigkeitenregal im Bremerhavener Seemannsclub Welcome und sucht sich Tafeln aus. „Deutschland ist der beste Ort, um Schokolade zu kaufen“, sagt der 43-Jährige. „Der Preis ist wirklich akzeptabel und wir mögen den Geschmack. Wenn wir nach Hause kommen, ist es Tradition, unseren Familien etwas zu schenken.“

Lesetipp:
Darum greifen wir bei Stress zu Süßigkeiten

Antje Zeller vom Club Welcome hat schon erlebt, wie Seeleute per Smartphone und Video mit ihren Familien telefonieren - und Frau und Tochter dabei vom Sofa aus bestimmte Süßigkeiten ordern. Dass jemand kartonweise Riegel wegtransportiere, sei keine Seltenheit. Rund 85 Kilo Schokolade pro Woche gehen weg. „Bei der Auswahl wird ganz genau auf das Haltbarkeitsdatum geguckt“, sagt Zeller.

Haltbarkeit der Schokolade ist besonders wichtig

Die Erfahrung hat auch Olaf Schröder vom Hamburger Seemannsclub Duckdalben gemacht. „Die Seeleute sind zum Teil neun Monate von Zuhause weg, wenn die Schokolade nur noch zwei Monate haltbar ist, haben sie ein Problem.“ Rund 1000 Kilo Schokolade verkauft der Duckdalben pro Monat - bei rund 3000 Besuchern monatlich. „Schokolade ist ein beliebtes Mitbringsel“, sagt Schröder. Für den sofortigen Verzehr kauften die philippinischen Besucher im Shop meist lieber scharfe Chips aus Südostasien, die der Duckdalben extra ordere. „Damit sie die Heimat auf die Zunge kriegen“, sagt er.

Von dpa

Bei Instagram verkündet die Skandal-Rapperin Schwesta Ewa, dass sie im siebten Monat schwanger ist. Und das vor dem Hintergrund, dass sie bald in den Knast muss. Gibt es einen Gefängnis-Alltag mit einem Kleinkind?

05.11.2018

Premiere für Sophia Thomalla und Gavin Rossdale: Am Wochenende wagte das Paar den nächsten Schritt und zeigte sich zum ersten Mal gemeinsam auf dem roten Teppich.

05.11.2018

Nach der mutmaßlichen Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi kämpft seine Familie mit der quälenden Ungewissheit, was wirklich im saudischen Generalkonsulat in Istanbul geschah. Mittlerweile umtreibt sie nur noch der Wunsch, die sterblichen Überreste Khashoggis würdevoll zu begraben.

05.11.2018