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Welt Pastor wird für Kampf gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet
Mehr Welt Pastor wird für Kampf gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet
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17:45 24.02.2018
Pastor Wilfried Manneke wird für sein Engagement gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet. Quelle: Strebe
Unterlüß

Der niedersächsische Pastor Wilfried Manneke erhält in diesem Jahr den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage des Zentralrats der Juden in Deutschland. Der 64-Jährige werde für sein über 20-jähriges Engagement gegen Rechtsextremismus in der Lüneburger Heide ausgezeichnet, teilte der Zentralrat am Mittwoch mit. Manneke erhält den mit 5000 Euro dotierten Preis, den der Zentralrat in Erinnerung an seinen früheren Präsidenten und dessen Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus verleiht, im Juni in Hannover.

„Pastor Manneke beweist mit seinem außergewöhnlichen Engagement Mut und Beharrlichkeit“, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster. „Obwohl er persönliche Anfeindungen ertragen muss und bereits Anschläge auf ihn und seinen Wohnort verübt wurden, lässt sich Pastor Manneke nicht einschüchtern.“ Er und seine Mitstreiter zeigten ebenso wie die evangelische Landeskirche Hannovers einen herausragenden Einsatz zum Schutz von Minderheiten und für die Demokratie. „Mit seiner Zivilcourage ist Pastor Manneke für uns alle ein Vorbild.“

Der Pfarrer engagiert sich seit 1995 gegen Rechtsextremismus. 2009 gehörte er zu den Gründern des „Netzwerks Südheide gegen Rechtsextremismus“. Mit rund zehn weiteren aktiven Mitgliedern sowie 500 Unterstützern kämpft das Netzwerk seitdem gegen Rechtsextremisten in Niedersachsen. Darüber hinaus zählte der Pastor 2010 auch zu den Gründern der Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ in Hannover.

Manneke setzt sich für Flüchtlinge ein und spricht sich in Friedensgottesdiensten gegen Waffenlieferungen in Krisengebiete aus. In Unterlüß, wo der Rüstungskonzern Rheinmetall einen Sitz hat, macht er sich damit nicht nur Freunde. Nachdem vor gut zwei Jahren seine Gemeinde einem stark traumatisierten Mann aus Eritrea Kirchenasyl gewährt hatte, zeigten gleich zwei Männer den Pastor an. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage eingestellt. 

Auch als sein damals sechsjähriger Sohn vor sechs Jahren Brandspuren an der Tür des Pfarrhauses entdeckte und dort ein Molotow-Cocktail lag, ließ sich der Pastor nicht einschüchtern. Immer wieder findet er Hakenkreuz-Schmierereien am Baum oder der Straßenlaterne vor dem Haus. Auf Internetportalen hetzen Rechtsextreme gegen ihn. Die Drohungen seien weniger geworden, sagt er. „Aber sie haben nicht aufgehört.“

„Das ist das erste Mal, dass ich eine Auszeichnung bekomme für meine Arbeit“, sagte Manneke gestern. „Dass diese vom Zentralrat der Juden kommt, ist noch mal eine besondere Ehrung.“

Von Michael Eversund Karen Miether

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