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Panorama Wieviele Altlasten liegen in den Böden?
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09:20 22.02.2016
Was gerät in den Boden? Die Asbest-Deponie Wunstorf-Luthe. Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Alle vier, fünf Jahre werden Umweltdaten des Landes in dem Bericht zusammengestellt. „Bei der Altlastensanierung liegt noch eine gewaltige Aufgabe vor uns, aber wir gehen voran, Schritt für Schritt“, sagt Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel dazu.

Viele der Altlasten seien Umweltsünden des vergangenen Jahrhunderts. Bis in die Siebzigerjahre hätte fast jedes Dorf seinen Müll am Rande der Siedlung verklappt. „Auch in meinem Dorf gab es so ein wilde Kippe“, erinnert sich der Minister. „Man kann jetzt nur Schritt für Schritt vorgehen und sich daranmachen, zuerst die gefährlichsten Altlasten zu beseitigen.“ So würden etwa Militäraltlasten von einer Rechtsnachfolgerin der Rüstungsindustrie untersucht und gegebenfalls saniert. Im Rahmen eines Vergleichs habe man dafür 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Mit dem Verband der Erdöl- und Erdgasfördernden Industrie habe man vor Kurzem eine Beteiligung an Untersuchungen vereinbart, die sich auf Flächen mit Bohrschlammgruben richten. „Die vereinbarten 5 Millionen Euro reichen aber gerade einmal aus, die Flächen zu identifizieren. Von Sanierung sind wir da noch weit entfernt“, sagt Wenzel. In jedem Fall sei es Ziel, den Steuerzahler nicht mit den Sanierungskosten zu behelligen. „So weit wie irgend möglich müssen die Verursacher von Schäden dafür aufkommen.“

Ein größeres Problem werden auch Munitionsaltlasten im Meer - vor allem beim Bau von Offshore-Anlagen. „Bei der Verlegung von Leitungen kann es da Probleme geben, etwa mit durchgerosteten Sprengsätzen.“ Es sei nicht immer einfach, die Verantwortlichen für die Hinterlassenschaft des Krieges zu finden, sagt der Minister. „Die Sanierung der Flächen mit Altlasten ist von unserer Vorgängerregierung sträflich vernachlässigt worden“, findet Wenzel. In jedem Fall stehe man vor einem riesigen Aufwand, zeitlich wie finanziell.

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