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00:21 08.09.2014
Von Saskia Döhner
Wie sicher sind Schulbusse? Das fragt die FDP das niedersächsische Innenministerium.  Quelle: dpa (Archiv/Symbolfoto)
Hannover

Aus der Antwort des niedersächsischen Innenministeriums auf eine Anfrage der FDP geht hervor, dass es 2009 zu insgesamt 44 Unfällen mit 66 Leichtverletzten kam, während es 2013 bei annähernd gleich vielen Unfällen – nämlich 50 – schon 116 Personen mit leichten Verletzungen. Die Steigerung lasse sich nicht erklären, sagte ein Sprecher des Innenministeriums, da die Angaben anonymisiert seien. Dahinter könnten sich auch harmlose Glatteisunfälle mit voll besetzten Fahrzeugen verbergen, wo sich die Gäste blaue Flecken geholt hätten.

Anlass der FDP-Anfrage war eine Polizeikontrolle bei Sarstedt (Landkreis Hildesheim) Anfang Juni, wo erhebliche Mängel bei Schulbussen festgestellt worden waren. Damals waren zehn Fahrzeuge untersucht worden, drei mussten sofort stillgelegt werden. An zwei Bussen funktionierte der Einklemmschutz der Tür nicht. Bei einem Reisebus, der für eine Schulfahrt eingesetzt worden war, war die Notentriegelung an der hinteren Tür defekt. In einem Bus waren alle Gefahrenhinweise nur in Norwegisch geschrieben, zudem fehlte der vorgeschriebene Fahrtenschreiber, in einem Fall lag der Verbandskasten in einem abgeschlossenen Glasschrank, zu dem der Fahrer keinen Schlüssel hatte. Ein Fahrer konnte kein Deutsch und hätte sich im Notfall mit den Schülern nicht verständig können.

Für das Innenministerium sind diese Ergebnisse allerdings kein Grund zur Sorge. „Sicherheitsmängel bei Schulbussen generell sind nicht bekannt“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage, die der HAZ vorliegt. „Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sind Schulbusunfälle relativ selten, sodass der Bus als das mit Abstand sicherste Beförderungsmittel für den Schulweg angesehen werden kann.“

Die FDP findet, dass das Land das Thema zu sehr auf die leichte Schulter nimmt und fordert eine landesweite Kampagne für mehr Sicherheit im Schulbusverkehr. „Dem Kultusministerium geht es vor allem um Schüler, die zu Fuß unterwegs sind“, kritisierte FDP-Bildungsexperte Björn Försterling.

Die Region Hannover will zu Beginn des neuen Schuljahres ab nächstem Donnerstag vor allem die Kleinbusse verstärkt kontrollieren, die Kinder mit Handicap zu den Förderschulen fahren. Jährlich gibt die Region rund 50 000 Fahrkarten für Erst- bis Zehntklässler aus, deren Schulweg länger als zwei Kilometer ist. Die meisten nutzen allerdings reguläre Linienbusse, nur zu sechs Grundschulen werden eigene Schulbusse eingesetzt.

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