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19:40 16.02.2015
Seltener Anblick: Ein Schneemann in Hannover. Quelle: dpa
Offenbach

Für Winter ist es zu mild - schon wieder. Zwar registrierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) seit Anfang Dezember 24 Schneetage - aber das heißt nur, dass es mal irgendwo geschneit hat und nicht, dass das Land lange unter einer weißen Decke lag. Woran liegt’s und was sind die Folgen?

War’s das nun mit dem Winter?
So definitiv sollte man das nicht sagen. Denn für die Meteorologen ist von Anfang Dezember bis Ende Februar Winter - sie rechnen in vollen Monaten. Im Kalender endet der Winter sogar erst am 19. März. Doch der bisherige Trend ist unverkennbar: Es war bislang zu warm, wie DWD-Sprecher Gerhard Lux erläutert. Um 1,4 Grad weiche die Durchschnittstemperatur zwei Wochen vor dem Ende des meteorologischen Winters vom vieljährigen Mittelwert nach oben ab. Der kälteste Tag dieses Winters war der 29. Dezember - an diesem Tag wurden im baden-württembergischen Riedlingen minus 24,9 Grad gemessen. Für die kommenden Tage sagen die DWD-Meteorologen einstellige Tagestemperaturen und leichten Frost in der Nacht voraus.

Häufen sich die milden Winter in Deutschland?
Nach den Daten des DWD eindeutig ja. Auch im Winter 2013/14 war es viel zu warm. Mit einer Abweichung von gut drei Grad gegenüber der Vergleichsperiode zwischen 1961 bis 1990 war es der viertwärmste Winter seit Beginn der Messungen 1881. Der bisher wärmste Winter war der von 2006/07 mit einer Abweichung um fast 4,4 Grad. Der letzte zu kalte Winter war der von 2010/11 - damals lag die Durchschnittstemperatur um 0,8 Grad unter dem Normalwert.

Sind milde Winter ein Zeichen für den Klimawandel?
„Ein Winter allein sagt noch gar nichts“, unterstreicht DWD-Sprecher Lux, „aber die Wahrscheinlichkeit für sehr kalte Winter nimmt ab“. Das heiße aber nicht, dass es nun so weitergeht: „Der nächste Winter kann schon wieder ganz anders sein.“

Wann war es besonders kalt?
Der bisher kälteste Winter der DWD-Statistik liegt schon ein halbes Jahrhundert zurück: 1962/63 lag die Durchschnittstemperatur um fast 5,5 Grad unter dem Normalwert. Damals fror der Bodensee bei wochenlanger klirrender Kälte zum letzten Mal vollständig zu.

Welche Auswirkungen hat milde Winter?
Die Natur erwacht nach Erkenntnissen der Meteorologen inzwischen etwa drei Wochen früher als Anfang der 1950er Jahre. Bei vielen Pflanzenarten setze die Frühjahrsblüte heute deutlich früher ein. Das birgt aber Risiken, denn nach wie vor kann es noch bis weit ins Frühjahr Frost geben. Frühblüher können dann Schaden nehmen, Spätfröste können beispielsweise die Obsternte in Gefahr bringen. Der „Norddeutsche Klimamonitor“ hat das Klima der letzten 60 Jahre für Norddeutschland ausgewertet und einen deutlich messbaren Temperaturanstieg festgestellt. „Zwischen 1951 und 2010 beträgt die Erwärmung im Jahresdurchschnitt etwa 1,2 Grad Celsius“, erläutert Insa Meinke, Leiterin des Norddeutschen Klimabüros am Helmholtz-Zentrum Geesthacht mit Blick auf die Entwicklung in dem Zeitraum.

Von Sabine Ränsch

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