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Panorama Unglücksfahrer durfte Kinder nicht befördern
Mehr Welt Panorama Unglücksfahrer durfte Kinder nicht befördern
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10:56 02.04.2016
Der völlig demolierte Schulbus nach dem Unfall. Quelle: Chris Gossmann
Hildesheim

Ob die Erkrankung des Mannes unmittelbar zu dem Unfall führte, sei noch unklar, sagte Staatsanwältin Christina Pannek: „Wenn er sich aber an das ärztliche Verbot gehalten hätte, wäre der Unfall nicht passiert.“

Gegen den Mitarbeiter einer Hildesheimer Funkmietwagen-Firma wird nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und Straßenverkehrsgefährdung ermittelt. Wie berichtet, war er aus unklarer Ursache mit seinem Kleinbus von der Landstraße abgekommen, hatte einen Baum gestreift und einen weiteren gerammt. Um die Kinder aus dem völlig zerstörten Wagen zu retten, musste die Feuerwehr das Wrack zerschneiden. Zwei elfjährige Schüler wurden besonders schwer verletzt, einer von ihnen wurde per Hubschrauber in die Medizinische Hochschule Hannover gebracht.

Die Kinder, die aus verschiedenen Orten im Landkreis Hildesheim stammen, waren auf dem Weg in die Didrik-Pining-Schule in Hildesheim. Nun ist klar: Mit diesem Fahrer hätte die morgendliche Tour nie starten dürfen. „Der Beschuldigte hatte seit Ende 2015 ein ärztliches Verbot zur Personenbeförderung, das aus gesundheitlichen Gründen ausgesprochen wurde“, sagte Pannek. Der Mann habe erst nach dem folgenschweren Unfall seinen Führerschein abgegeben. Möglicherweise sei auch dem Arbeitgeber des 45-Jährigen ein Vorwurf zu machen, etwa, weil er die Fahrt gestattete. Die Sprecherin der Anklagebehörde wies darauf hin, dass der Grund für den Unfall noch nicht geklärt sei. Die Ergebnisse des externen Sachverständigen stünden noch aus. Zeugen hatten berichtet, der Fahrer habe sich kurz vor dem Unfall umgedreht, weil die Kinder sich während der Fahrt am Fenster zu schaffen gemacht hätten. Auch das werde geprüft, sagte Pannek.

Taxi-, Mietwagen- und Krankenwagenfahrer brauchen eine sogenannte Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung, die von der Kommune ausgestellt wird. Wer den Schein bekommen will, muss unter anderem ein Gutachten über die körperliche und geistige Eignung vorlegen. Die Erlaubnis muss alle fünf Jahre verlängert werden.

von Christian Wolters

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