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Panorama Zwei vermisste Atomarbeiter tot aufgefunden
Mehr Welt Panorama Zwei vermisste Atomarbeiter tot aufgefunden
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12:11 03.04.2011
Das lädierte Atomkraftwerk Fukushima nach dem Erdbeben. Quelle: dpa

Die ersten Versuche, einen Riss in einer Reaktorwand des havarierten Atomkraftwerks Fukushima mit wasserabweisendem Kunststoff zu versiegeln, sind gescheitert. Auch nach dem Einfüllen von Polymerpulver sei weiterhin radioaktives Wasser aus dem 20 Zentimeter langen Spalt gesickert, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag. Der AKW-Betreiber Tepco hatte am Samstag nach Angaben des Fernsehsenders NHK bestätigt, dass aus dem Leck in einem Kabelschacht des Turbinengebäudes von Block 2 stark verseuchtes Wasser ins Meer laufe. Zuvor waren bereits Versuche fehlgeschlagen, den Riss in der Betonwand mit Zement abzudichten.

Tepco hatte am Vortag nach Angaben des Fernsehsenders NHK bestätigt, dass aus dem Leck Wasser mit einer Strahlung von mehr als 1000 Millisievert pro Stunde ins Meer laufe. Greenpeace-Experte Wolfgang Sadik bezeichnete die gemessenen Werte als „lebensbedrohlich“. Der Atombetreiber rief daraufhin Experten aus Tokio zur Hilfe, meldete die Zeitung „Yomiuri Shimbun“ am Sonntag.

Nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde wird nun versucht, Polymer durch eine Öffnung in einem Rohr zu gießen in der Hoffnung, das Wasser zu stoppen. Wenn dies gelingt, soll der Riss erneut mit Beton versiegelt werden.

Aus dem zerstörten Kernkraftwerk Fukushima könnte nach Einschätzung der Regierung noch monatelang Radioaktivität entweichen. Es werde möglicherweise mehrere Monate dauern, bis die Lecks gestopft seien, sagte der japanische Regierungssprecher Yukio Edano nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Japan könne einen „langen Kampf“ gegen die Atomkrise nicht vermeiden, sagte Edano.

Unterdessen teilte Tepco laut Medien mit, dass auf dem Gelände des AKW die Leichen von zwei Arbeitern gefunden wurden. Die beiden zwischen 20 und 30 Jahre alten Angestellten der Betreibergesellschaft Tepco waren seit dem schweren Erdbeben und Tsunami vom 11. März vermisst worden. Sie seien nach Einschätzung der Polizei scheinbar Opfer des Tsunami geworden und ertrunken, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press. Die gefundenen Leichen der beiden jungen Atomarbeiter wurden ihren Angehörigen übergeben. Nach Angaben von Sonntagvormittag starben in Folge des Erdbebens und des Tsunamis 12.009 Menschen, 15.472 werden vermisst.

Unterdessen dauert die Sorge um radioaktive Verstrahlung der Umwelt weiter. Bei Gemüse und Meeresfrüchten aus der Umgebung der Atomruine wurden radioaktive Substanzen gemessen, die jedoch unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte lagen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. In Fukushima sei bei 33 von 49 Gemüse- und Obstsorten Cäsium und Jod festgestellt worden, deren Werte unter der Höchstgrenze für Lebensmittel liege. Es könne möglich sein, dass die Ausbreitung radioaktiver Substanzen nachlasse, wurde ein Vertreter des Gesundheitsministeriums zitiert.

Cäsium sei auch in fünf Meeresfrüchten vor der Küste der Nachbarprovinz Ibaraki gefunden worden, aber auch hier hätten die Messwerte deutlich unter der gesetzlichen Grenze gelegen. Zuvor hatte der Atombetreiber Tepco bekanntgegeben, dass aus einem Riss des Reaktors 2 in Fukushima stark radioaktiv verseuchtes Wasser sickere und ins Meer geflossen sei. Das Leck soll nun versiegelt werden.

Bei Proben von Meerwasser rund 20 und 30 Kilometer von der Atomruine entfernt seien niedrige Werte von Jod und Cäsium gemessen worden, meldete Kyodo. Sie hätten unter den Grenzwerten gelegen. Der japanische Außenminister Takeaki Matsumoto hatte am Samstag bei einem Kurzbesuch von Bundesaußenminister Guido Westerwelle der internationalen Gemeinschaft „größte Transparenz“ bei der Aufklärung der Reaktorkatastrophe versprochen. Ministerpräsident Naoto Kan war am selben Tag erstmals in das Krisengebiet gereist und hatte den Überlebenden der Katastrophe und den Helfern Unterstützung zugesagt.

Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, in der das teilzerstörte Atomkraftwerk steht, kritisierte die Informationspolitik der japanischen Atomaufsichtsbehörde. Die Angaben zur Radioaktivität landwirtschaftlicher Produkte aus der Region seien zu spät veröffentlicht worden, sagte Yuhei Sato am Sonntag nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo.

„Können Sie die Zahl der Prüfer nicht erhöhen? Die Leben der Bauern stehen auf dem Spiel. Die Frage ist, ob sie morgen leben können“, sagte Sato demnach bei einem Treffen des Katastrophenteams der Präfektur mit Vertretern der Atomaufsicht. Dem Bericht zufolge entgegnete ein Beamter der Behörde lediglich: „Ich habe verstanden.“ Anschließend habe er Journalisten erklärt, es gebe nicht genügend Materialien für die Tests in der Präfektur.

Am Sonntag erschütterte erneut ein starkes Nachbeben die Katastrophenregion. Wie der Fernsehsender NHK meldete, hatte die Erschütterung eine Stärke von 5,3. Das Erdbebenzentrum lag 50 Kilometer unter dem Meeresboden vor der Katastrophenprovinz Fukushima. Berichte über weitere Schäden oder Verletzte gab es nicht. Eine Warnung vor Tsunami gab es nicht.

dpa

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