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Panorama Zwei Güterzüge prallen frontal aufeinander
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21:30 30.06.2017
Mehrere Waggons seien entgleist, zwei seien auf eine unterhalb der Bahnstrecke verlaufene Straße gestürzt. Quelle: Andreas Noack (Screenshot)
Nienburg

Zwei Güterzüge sind am Freitag an der westfälisch-niedersächsischen Grenze frontal zusammengestoßen, wonach die Feuerwehr zu einem Gefahrguteinsatz anrücken musste. In einem geladenen Container befinde sich ein Gefahrstoff, teilte die Bundespolizei am Unglücksort nahe des Bahnhofs Leese-Stolzenau mit. Es seien allerdings keine gefährlichen Stoffe ausgetreten, sagte ein Sprecher der Bundespolizei dann am Abend. Was genau sich in der Ladung befinde, sei jedoch noch unklar. Die Ermittlungen würden auch am Samstag noch weitergehen.

Mehrere Wohnhäuser in einem 100-Meter-Radius mit rund 20 Bewohnern wurden evakuiert. Die beiden Containerzüge waren auf der eingleisigen Strecke Minden-Nienburg frontal aufeinander geprallt. Die beiden Lokführer, ein Mann und eine Frau, kamen verletzt ins Krankenhaus. Der Fahrdienstleiter im nahen Stellwerk erlitt einen Schock.

Strommasten umgerissen

Fünf Waggons seien entgleist, zwei davon seien auf eine unterhalb der Bahnstrecke verlaufene Straße gestürzt, sagte ein Polizeisprecher. Die Ladepapiere der Züge wurden angefordert, um zu prüfen, ob sich weitere gefährliche Ladung in den Waggons befindet. Am Unglücksort bot sich ein Bild der Verwüstung. Mehrere Strommasten wurden umgerissen und die Oberleitung stürzte herunter. Als Unfallursache könnte das Missachten von Signalen oder eine technische Panne in Betracht kommen. Unklar war, ob einer der Züge eigentlich den anderen im Bahnhof hätte abwarten sollen.

Das Zugunglück ereignete sich in der Ortschaft Leese, westlich vom Steinhuder Meer. Experten der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) in Bonn machten sich auf den Weg zu der Unglücksstelle. Die Bahnstrecke Nienburg-Minden wird im Personenverkehr zwar nur von Regionalbahnen befahren, ist für den Güterverkehr aber eine wichtige Route von Hamburg Richtung Ruhrgebiet. Bei den verunglückten Zügen handelt es sich um Güterzüge privater Unternehmen, deshalb gab die Deutsche Bahn zunächst keine weiteren Auskünfte. Das Unternehmen Hectorrail bestätigte, dass einer der eigenen Züge an dem Unglück beteiligt war.

Auf der Bahnstrecke Nienburg-Minden hatte sich erst vor einem halben Jahr ein schweres Unglück ereignet. Rund fünf Kilometer vom Unglücksort Leese entfernt war Ende Dezember in Landesbergen an einem unbeschrankten Bahnübergang ein Regionalzug in einen Müllwagen gekracht. Der 32 Jahre alte Fahrer des Müllautos wurde getötet.

dpa

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