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Panorama Zu hohe Nitratwerte – wird
 Trinkwasser teurer?
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 Trinkwasser teurer?
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07:54 12.06.2017
Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

Auf eine vierköpfige Familie kämen dann Mehrkosten von bis zu 134 Euro im Jahr zu, errechnete die Behörde in einer aktuellen Studie. Pro Kubikmeter könnte Trinkwasser um 55 bis 76 Cent teurer werden.

In mehr als 27 Prozent der Grundwasservorkommen werde derzeit der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überstiegen, heißt es in der Studie. Gerade in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft sei das Grundwasser häufig sehr belastet. Nitrat ist für Menschen nicht gefährlich. Der Stoff kann aber zu Nitrit werden, das den Sauerstofftransport im Blut blockiert. Außerdem steht Nitrit im Verdacht, indirekt krebserregend zu sein.

Wasserversorger, Umweltschützer und die Grünen fordern schärfere Düngevorgaben. „Ein ,Weiter so' reicht für den Schutz der Trinkwasserressourcen nicht“, sagte ein Sprecher des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), der in Deutschland die kommunale Wasserwirtschaft vertritt.

Die Politik hat nach jahrelangem Ringen bereits im Frühjahr strengere Düngeregeln beschlossen. Dazu gehören unter anderem Stickstoff-Obergrenzen in Gebieten mit kritischen Wasserwerten und längere Düngeverbote. Mit dem Gesetz und der Novelle der Düngeverordnung sei ein Paket geschnürt, „das der Landwirtschaft ein ökonomisch tragfähiges und zugleich ressourcenschonendes Wirtschaften ermöglicht“, sagte eine Sprecherin des Agrarministeriums am Sonntag.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bezweifelt das. „Was bislang von der Bundesregierung in puncto Düngerecht auf den Weg gebracht wurde, reicht nicht aus, um die drohende Kostenbelastung für die Verbraucher zu verhindern“, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand. In Niedersachsen lösten die Vorhersagen des Umweltbundesamtes eine kontroverse Debatte aus. Der Landvolkverband Niedersachsen, die Vertretung der Bauern, sprach von „Hypothesen“. Lediglich 1,4 Prozent der 1315 Grundwasserbrunnen, die von den niedersächsischen Wasserwerken genutzt würden, seien von einer Überschreitung der Grenzwerte für Trinkwasser betroffen, so Landvolksprecherin Gabi von der Brelie.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) bezeichnete die Zahlen des Landvolks als „Augenwischerei“. Es müsse verhindert werden, dass künftig die privaten Haushalte die Zeche für Fehlentwicklungen der industriellen Landwirtschaft zahlten. Landesagrarminister Christian Meyer (Grüne) wies darauf hin, dass nach jüngsten Untersuchungen 41 Prozent der zusammenhängenden Grundwasservorkommen in einem schlechten Zustand seien.

Das Niedersächsische Landesamt für Wasserbau, Küsten- und Naturschutz hat 2015 bei 1471 Messstellen Proben genommen, 33 Prozent wiesen Nitratgehalte von mehr als 50 Milligramm pro Liter auf. In den Kreisen Cloppenburg und Vechta, die als Zentren der Massentierhaltung gelten, gab es an jeder Messstelle zu hohe Werte.

Von Sebastian Raabe 
und Michael B. Berger

In Hannover
 gute Werte

Seit den Neunzigerjahren arbeiten Hannovers Stadtwerke mit Aufforstungen daran, den Nitratgehalt im Wassergewinnungsgebiet Fuhrberger Feld niedrig zu halten. Dort bringen vor allem Nadelbäume Nitrat in den Boden. Mehr als elf Millionen Laubbäume wurden bisher nachgepflanzt. Auch gibt es Vereinbarungen mit der Landwirtschaft, den Gülleeintrag zu reduzieren. „Wir dulden keinen Gülleimport ins Fuhrberger Feld“, sagt Stadtwerke­sprecher Carlo Kallen. 90 Prozent des hannoverschen Trinkwassers kommen von dort. Die Nitratwerte liegen weit unter den Vorgaben.

med

Nach Angaben des Sozialministeriums gehen Niedersachsens Kinder nicht mehr so oft zu Vorsorgeuntersuchungen wie bisher. Die aktuelle Quote von rund 90 Prozent wird vom Ministerium als stabil angesehen. Dennoch setzt sich der leichte Abwärtstrend der letzten Jahren fort. 

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