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Zoos in Niedersachsen schützen ihre Nashörner vor Dieben

Nach LKA-Warnung Zoos in Niedersachsen schützen ihre Nashörner vor Dieben

Nach einer Warnung des Landeskriminalamtes vor international tätigen Diebesbanden sorgen sich Zoos in Niedersachsen um die Sicherheit ihrer Nashörner. Nach mehreren Diebstählen präparierter Hörner befürchten LKA und die europäische Polizeibehörde Europol, dass die Täter auch vor lebenden Tieren nicht länger haltmachen.

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Nach einer Warnung des Landeskriminalamtes sorgen sich die Zoos in Niedersachsen um die Sicherheit ihrer Nashörner.

Quelle: Martin Steiner

Hodenhagen/Hannover. „Es ist nicht auszuschließen, dass die Täter sich künftig auch Zoos und ähnliche Anlagen mit den streng geschützten Tieren ins Visier nehmen“, sagte LKA-Sprecher Frank Federau am Mittwoch und reagierte damit auf Medienberichte. Nach Auskunft des LKA bringen die in der asiatischen Heilkunde verwendeten Hörner auf dem Schwarzmarkt rund 50.000 Euro pro Kilogramm – mehr als Gold.

So hat der Serengeti-Park in Hodenhagen seine Sicherheitsmaßnahmen deutlich verstärkt. „Wir haben Infrarotkameras installiert und zusätzliche Stahltüren eingebaut“, erklärte eine Sprecherin. „Außerdem benachrichtigen Alarmanlagen notfalls Polizei und Parkwächter“. Auch im Zoo Hannover schützen Alarmanlagen und Nachtwächter die drei Rhinozerosse des Tierparks. „Wir haben unser präpariertes Exemplar in Sicherheit gebracht“, sagte Sprecherin Simone Hagenmeyer.

„Es gibt Hinweise auf englischsprachige Tätergruppierungen, die seit geraumer Zeit in Europa aktiv sind“, berichtete LKA-Sprecher Federau. Es könnte sich um eine irische Bande handeln, vermuteten Experten von Europol. Horn-Diebe hatten im vergangenen Juni im Jagdmuseum Oerrel (Kreis Gifhorn) und im Zoologischen Institut in Hamburg zugeschlagen. Im August folgten Heidelberg und Rothenburg ob der Tauber. Auch in den Niederlanden, Italien, Schweden und anderen europäischen Ländern wurden Museen um ihre Exponate gebracht.

Die Hörner der Tiere bestehen aus Keratin, dem gleichen Material wie menschliche Haare und Fingernägel. Zu feinem Pulver zermahlen werden sie in der traditionellen asiatischen Medizin gegen Fieber, Epilepsie, Malaria und Kopfweh eingesetzt. Das lukrative Geschäft macht die Tiere vor allem in Südafrika zum Ziel von Wilderern.

„In den asiatischen Ländern kursiert das hartnäckige Gerücht, dass ein hochrangiger Politiker durch zermahlenes Rhinozeros-Horn von seinem lebensbedrohenden Krebsleiden geheilt wurde“, erklärte Franz Böhmer vom Bundesamt für Naturschutz am Mittwoch. „Das hat die Nachfrage enorm angekurbelt.“ Entgegen anderslautenden Berichten in der westlichen Welt werde das Pulver in Asien üblicherweise nicht als Potenzmittel eingesetzt, betonte Böhmer.

dpa

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