Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Polizei zerschlägt Schleuserbande in Verden
Mehr Welt Panorama Polizei zerschlägt Schleuserbande in Verden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:36 04.06.2013
Von Gabriele Schulte
Der Großeinsatz hat nach Einschätzung der Bundespolizei zur Zerschlagung der international tätigen Schleuserbande geführt Quelle: dpa (Symbolbild)
Verden

An 28 Orten durchsuchten die Beamten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Verden Wohnungen und Geschäftsräume, ein Schwerpunkt lag im Kreis Diepholz. Gegen den 35-jährigen Hauptbeschuldigten in Twistringen und zwei andere Verdächtige seien Haftbefehle vollstreckt worden, teilte die Polizei mit; zwei weitere mutmaßliche Schleuser wurden festgenommen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft ergänzte, gegen 34 Beschuldigte werde ermittelt.

Einsatzleiter Helgo Martens berichtete, dass die Schleuser mit ihren „Schützlingen“ zum Teil sehr brutal vorgegangen waren. Sie schliffen zwei der Asylbewerber sämtliche Fingerkuppen ab, um die Identifizierung und Abschiebung zu verhindern. Für die schmerzhafte und zudem „völlig überflüssige Verstümmelung“ hätten die Schleuser sogar einen Aufpreis verlangt. „Dabei kann die Identität so gar nicht dauerhaft verschleiert werden“, erläuterte Martens. Die Linien auf der Oberhaut der Finger würden nach einiger Zeit genauso nachwachsen.

Der mutmaßliche Drahtzieher lebte als ausländischer Staatsangehöriger legal in Twistringen. Den Erkenntnissen zufolge verfügte der 35-Jährige über ein europaweites Netz von Unterstützern, was die Einschleusung der Syrer und Iraker auf unterschiedlichen Routen ermöglichte. Zum Teil wurden die Flüchtlinge mit gefälschten Dokumenten ausgestattet. Für die Kostenabwicklung von bis zu 10000 Euro pro Einreise soll ein im ostwestfälischen Minden lebender 43-Jähriger zuständig gewesen sein.

Der Großeinsatz hat nach Einschätzung der Bundespolizei zur Zerschlagung der international tätigen Schleuserbande geführt. Diese habe als „illegales Reisebüro“ besonders skrupellose Geschäfte mit den Hoffnungen der Flüchtlinge aus den Krisenregionen gemacht. „Es wurde umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt“, sagte der Sprecher der Verdener Staatsanwalt. Die Auswertung werde mehrere Monate dauern.

Die Urteile sind selbst für Ägypten-Kenner überraschend hart. Repräsentanten der Adenauer-Stiftung und anderer Organisationen sollen ins Gefängnis. Die Justiz zeigt klare Kante gegen Einflüsse aus dem Ausland.

04.06.2013

Flut und Verderben: Die Wasserwelle rollt Donau und Elbe hinab. Die Schäden sind enorm. Kanzlerin Merkel packt in Sachsen Sandsäcke an und verspricht in Bayern Millionenhilfen.

04.06.2013

Die Region stößt mit ihren Plänen zur Verkleinerung der Berufsschulen auf Widerstand. Die Verwaltung will dringend auf Gebäude verzichten, denn die Schülerzahlen sinken. Der Schwund an Berufsschülern hat mehrere Gründe: Der Anteil der Jugendlichen, die ein Studium beginnen, steigt.

Bärbel Hilbig 04.06.2013