Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Wurde Asylbewerber Oury Jalloh doch getötet?
Mehr Welt Panorama Wurde Asylbewerber Oury Jalloh doch getötet?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:06 16.11.2017
Unbekannte haben an die Tür des Polizeireviers in Dessau „Oury Jalloh das war Mord“ gesprüht. Quelle: imago
Dessau

Am 7. Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau. Nun kommen mehrere Sachverständige aus den Bereichen Brandschutz, Medizin und Chemie laut Ermittlungsakten, die dem ARD-Magazin „Monitor“ vorliegen, mehrheitlich zum dem Schluss, dass ein Tod durch Fremdeinwirkung wahrscheinlicher sei als die lange von den Ermittlungsbehörden verfolgte These einer Selbstanzündung durch den Mann aus Sierra Leone. Der langjährige Ermittler der Staatsanwaltschaft Dessau, der leitende Oberstaatsanwalt Folker Bittmann, soll laut ARD in einem Schreiben sogar konkrete Verdächtige aus den Reihen der Polizei Dessau benennen.

Die Staatsanwaltschaft vertrat jahrelang die Selbsttötungs-Theorie

Das sind die Ergebnisse der jüngsten Gutachten und Brandversuche, die sich detailliert mit der Frage nach dem Ausbruch des Feuers in der Arrestzelle beschäftigen. Dennoch hat die Staatsanwaltschaft Halle erst vor wenigen Wochen die Einstellung der Ermittlungen in dem Fall beantragt. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau ging stets davon aus, dass Oury Jalloh den Brand in der Zelle selbst gelegt habe.

Ein Bild von Oury Jalloh steht auf einer Pressekonferenz der Initiative „In Gedenken an Oury Jalloh“. Quelle: dpa

Die Anwältin der Familie Jalloh, Gabriele Heinecke, bezeichnete vor diesem Hintergrund die drohende Einstellung des Verfahrens als „einen Skandal“.

Die Staatsanwaltschaft Dessau hatte sich mit den neuen Erkenntnissen im April an den Generalbundesanwalt gewandt, dieser hatte die Annahme des Falles jedoch abgelehnt und ihn nach Sachsen-Anhalt zurück verwiesen. Die im Anschluss befasste Staatsanwaltschaft Halle will den Fall laut einer Erklärung vom 12. Oktober 2017 einstellen, weil sich „keine ausreichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für eine Beteiligung Dritter an der Brandlegung“ ergeben hätten. Eine weitere Aufklärung sei nicht zu erwarten. Die Anwältin der Familie hat gegen die Einstellung Beschwerde eingelegt und wird angesichts der neuen Erkenntnisse Strafanzeige erstatten.

Gefesselt an Händen und Füßen

Jalloh wurde am 7. Januar verbrannt in der Polizeizelle gefunden. Er war zuvor in stark alkoholisiertem Zustand festgenommen worden. In der Zelle durchsuchten Polizisten den Mann und fesselten ihn schließlich an Händen und Füßen an eine Matratze. Wie es schließlich zu dem Feuer kam, durch das Jalloh starb, ist bis heute ungeklärt.

Von nl/RND

Rekord bei Christie's in New York: Der letzte Da Vinci aus Privatbesitz kommt für 450 Millionen Dollar unter den Hammer. So viel Geld wurde noch nie für ein Kunstwerk auf einer Auktion bezahlt - und das, obwohl Kunstexperten im Vorfeld Zweifel angemeldet hatten.

16.11.2017

Zu Hause Urlaub machen: Kurtaxe wird in Deutschland in mehr als 350 Gemeinden kassiert. Doch wie ist das eigentlich, wenn Anwohner entsprechende Angebote nutzen wollen.?Müssen Sie ebenfalls Kurtaxe zahlen? Der Vergleich zeigt: In vielen Orten ist das nicht der Fall. Doch es gibt auch Ausnahmen.

16.11.2017

Schon seit Wochen stapeln sich Briefe aus aller Welt in den Weihnachtspostfilialen. Die himmlischen Wesen und ihre Helfer haben bis zum Fest alle Hände voll zu tun. Bis Ende August kamen etwa in Himmelpfort bereits 2000 Briefe an.

16.11.2017