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Panorama Wie entsteht ein Hurrikan und welchen Kurs nimmt „Irma“?
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11:48 09.09.2017
Quelle: AP
Offenbach


„Irma“ hat sich zwar mittlerweile zu einem Hurrikan der Stufe vier abgeschwächt, bleibt aber trotzdem gefährlich. Und auf „Irma“ folgt der nächste Wirbelsturm „Jose“.

Wie entsteht ein Hurrikan?

Hurrikans sind tropische Wirbelstürme. Sie entstehen, wenn sich über dem tropischen Regenwald des afrikanischen Kontinents Gewitterherde bilden, die von den Passatströmungen in Richtung Karibik getrieben werden. Wenn die Wassertemperatur bei 26 Grad Celsius oder höher liegt, steigt feuchte, warme Luft nach oben, die zu wirbeln beginnt und dem Sturm Energie gibt. Herrschen zusätzlich bis zu einer Höhe von sieben bis zehn Kilometern konstante Winde, werden die entstehenden Wolkentürme nicht verweht. Um das Zentrum des Sturms rotieren dann starke Winde und heftige Regenschauer. Im Auge des Sturms herrschen dagegen Windstille und ein extrem niedriger Luftdruck.

Was sagt der Luftdruck aus?

Der Luftdruck sagt aus, wie stark ein Tiefdruckgebiet ist. Niedriger Luftdruck im Zentrum eines Hurrikans bedeutet: Es besteht ein großer Unterschied zum Luftdruck außerhalb des Hurrikans. Da der Wind sich nach den Luftdruckunterschieden richtet, führen große Luftdruckunterschiede zu extremen Windgeschwindigkeiten und damit zu einer hohen Zerstörungskraft. Windgeschwindigkeiten von annähernd 300 Kilometern pro Stunde wie bei „Irma“ sind sehr selten.

Wie berechnen Experten den Weg eines Sturms?

Experten erstellen mehrere Simulation auf Grundlage verschiedener Daten. Luftdruck, Windrichtung, Windstärke, Temperatur von Luft und Wasser, Luftfeuchte und Wellenhöhen werden per Satellit, von einem Schiff, Bojen und auf dem Land aufgezeichnet. Aus der Beobachtung der Ist-Situation werden mögliche Szenarien erstellt. Die Simulationen werden dann miteinander verglichen. Aus den Gemeinsamkeiten ergibt sich die wahrscheinlichste Zugbahn eines Hurrikans.

Plünderungen und Chaos: Am Tag nachdem Hurrikan „Irma“ auf St. Martin in der Karibik wütete, ist die Lage katastrophal. Am Freitag bereitete sich Kuba auf die zerstörerische Wucht des Tropensturms vor und den Menschen in Florida bleibt offenbar nur noch die Flucht.

Welchen Kurs nimmt Wirbelsturm „Irma“?

Der wieder auf Kategorie fünf hochgestufte Hurrikan bewegt sich weiter auf den US-Staat Florida zu. Welchen Kurs „Irma“ nehmen könnte, haben die Experten des US-Hurrikanzentrums berechnet.

- Am Mittwoch um etwa 1 Uhr Ortszeit (7.00 Uhr MESZ), zog „Irma“ über die Karibikinsel Barbuda. Mittags hatte der Sturm die Jungferninseln erreicht. Am Mittwochabend war der Sturm nördlich des US-Außengebiets Puerto Rico.

- Am Donnerstag um 2 Uhr morgens (8.00 Uhr MESZ) befand sich das Zentrum des Hurrikans 225 Kilometer nordwestlich von Puerto Ricos Hauptstadt San Juan.

- In der Nacht zu Freitag passierte „Irma“ Haiti und war um 2 Uhr morgens (8.00 Uhr MESZ) östlich von Kuba. Am frühen Freitagmorgen zog der Hurrikan auch über die südlichen Ausläufer der Bahamas.

- Im Laufe des Samstags sollte „Irma“ nördlich an Kuba entlangziehen.

- „Irma“ zieht den Prognosen zufolge dann weiter in Richtung Florida. Die ersten Ausläufer könnten den US-Staat demzufolge am Samstag um 8 Uhr (14 Uhr MESZ) erreichen, das Zentrum des Sturms am frühen Sonntagmorgen.

- Später könnte „Irma“ sich entlang der US-Ostküste bis zur Grenze der Bundesstaaten Georgia sowie South und North Carolina bewegen.

Von RND/dpa