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Panorama Zahlreiche Unfälle wegen Eisregen und Glatteis
Mehr Welt Panorama Zahlreiche Unfälle wegen Eisregen und Glatteis
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16:09 07.01.2017
Aufn der A7 bei Flensburg kam es zu einem schweren Lkw-Unfall. Quelle: dpa/DWD/Montage
Hannover

Minustemperaturen und Eisregen haben am Sonnabend auf vielen Straßen im Norden und Nordwesten Deutschlands zu gefährlichem Glatteis geführt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab eine Unwetterwarnung für Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg heraus. 

Am frühen Morgen setzte in vielen Regionen Sprühregen ein, der auf tiefgefrorenen Boden traf und so die Fahrbahnen vereiste. Streudienste waren flächendeckend im Einsatz. In Bremen kam es trotzdem laut Polizei bis zum Nachmittag zu 70 Verkehrsunfällen, von denen die meisten durch Glatteis verursacht wurden. Insgesamt wurden fünf Menschen verletzt. Auf der A1 und der A2 ereigneten sich ebenfalls zahlreiche Unfälle, am Nachmittag sprach die Polizei in Verden von mindestens 20 mit mehreren Leichtverletzten. 

Zu einem wetterbedingten Unfall kam es auch auf der A30 bei Bad Bentheim zwei Kilometer vor der deutsch-niederländischen Grenze. Eine Lkw-Fahrerin wollte zwei Räumfahrzeuge überholen, die ihr laut Polizei offenbar zu langsam fuhren. Auf der schneebedeckten Überholspur kam sie mit ihrem leeren Sattelschlepper ins Schleudern und kollidierte mit der Leitplanke. Schaden: Etwa 50.000 Euro.

Auf der A7 hatte sich am Morgen bereits ein schwerer Unfall ereignet. Dort war ein Lastwagen zwischen Flensburg-Harrislee und Flensburg umgekippt. Grund für den Unfall war vermutlich Glatteis, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Fahrer des mit Fleisch beladenen Lasters wurde schwer verletzt. Die Strecke Richtung Hamburg war für mehrere Stunden gesperrt. Bis zum frühen Vormittag ereigneten sich nach Angaben des Sprechers vier weitere Unfälle auf dem nördlichen Teil der A7. Verletzt wurde dabei niemand. 

Testspiel von St. Pauli gegen Osnabrück verschoben

Das Wetter hat auch Auswirkungen auf den Sport in Norddeutschland: Das für Sonnabend angesetzte Testspiel des FC St. Pauli gegen den Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück ist auf Sonntag (14 Uhr) verschoben worden. Grund seien der für Hamburg prognostizierte Eisregen und technische Probleme bei der Rasenheizung im Millerntor-Stadion, die aber inzwischen wieder behoben seien, teilte das Zweitliga-Schlusslicht St. Pauli mit.

In Hamburg rutschten nach Angaben der Feuerwehr zahlreiche Fußgänger auf spiegelglatten Gehwegen aus. Sie zogen sich Knochenbrüche, Platzwunden, Prellungen und Zerrungen, "aber zum Glück keine lebensgefährlichen Verletzungen" zu, wie die Feuerwehr mitteilte. Alleine in der Zeit zwischen 10 und 12 Uhr rückte die Feuerwehr in der Hansestadt zu 50 wetterbedingten Einsätzen aus. Auch in Schleswig-Holstein kamen Menschen auf dem Glatteis zu Fall.

Wegen der extremen Glätte rückten in Hamburg 350 Streufahrzeuge der Stadtreinigung aus. Rund 1000 Mitarbeiter waren im Einsatz, wie die Stadtreinigung mitteilte. Auf knapp 3300 Kilometern Straße verteilten sie demnach doppelt so viel Salz wie üblich. Auch mehr als 4000 Bushaltestellen, 655 Kilometer öffentliche Gehwege und 320 Kilometer Radwege gehören zum Einsatzgebiet der Streufahrzeuge.

Brocken lockt mit 35 Zentimeter Schnee

Ausflügler und Winterwanderer lockt der Brocken im Harz aktuell mit einer 35 Zentimer hohen Schneedecke. "Es ist bei schönstem Wetter wunderbar winterlich", sagte Wetterbeobachter Marc Kinkeldey am Samstag auf dem Brockenplateau in 1141 Metern Höhe. Seinen Angaben zufolge bleiben Dauerfrost und Schneedecke auch in den kommenden Tagen erhalten - zumindest garantiert oberhalb von 600 Metern. "Wir erwarten bis Montag sogar noch etwas Neuschnee", sagte er.

Laut Harzer Tourismusverband ist der Harz momentan ideal für einen kurzen Winterausflug. 31 von 52 Pisten seien geöffnet und 303 von 708 Loipenkilometer gespurt. Von den vorhandenen Rodelbahnen seien 22 von 35 präpariert, ausgedehnte Winterwanderungen seien in Deutschlands nördlichstem Mittelgebirge auf 193 von 321 Kilometern möglich. In der Westernstadt Pullman City Harz bei Hasselfelde freuen sich Teilnehmer und Zuschauer beim Schlittenhunderennen ebenfalls über den Schnee.

frs/fgr/dpa

Leichtsinn mit üblen Folgen: Bei einem Unfall auf einem vereisten großen Parkplatz in Braunlage im Harz sind zwei junge Frauen verletzt worden, eine von ihnen schwer. Eine Gruppe Autofahrer übte am Freitagabend bei minus 15 Grad das Schleudern auf der spiegelglatten Fläche, wie die Polizei am Samstag mitteilte.

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