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Panorama Weniger Wiesn-Besucher – weniger Straftaten
Mehr Welt Panorama Weniger Wiesn-Besucher – weniger Straftaten
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21:10 03.10.2016
Niedrigste Besucherzahl seit 2001: Zum Oktoberfest sind nur 5,6 Millionen Menschen gekommen. Quelle: AFP
München

Zum Münchner Oktoberfest sind in diesem Jahr nur etwa 5,6 Millionen Gäste gekommen, rund 300.000 weniger als im Vorjahr. Das ist die niedrigste Besucherzahl seit 15 Jahren. 2001 waren etwa 5,5 Millionen Menschen auf der Wiesn gezählt worden. Das Oktoberfest endete am Montag.

Schon im vergangenen Jahr hatte das größte Volksfest der Welt einen Rückgang verzeichnet, die Zahl sank damals um 400.000 auf 5,9 Millionen. Seltener als sonst mussten diesmal Festzelte wegen Überfüllung geschlossen werden. Festleiter Josef Schmid (CSU) sprach dennoch von einer Gute-Stimmung-Wiesn: „Insgesamt sind Festleitung, Marktkaufleute, Schausteller und Wirte mit der Wiesn sehr zufrieden.“

Miserables Wetter zum Auftakt, aber wahrscheinlich auch Sorgen um die Sicherheit haben in diesem Jahr die Besucherzahlen beeinträchtigt. Nach den Anschlägen von Würzburg und Ansbach, dem Amoklauf von München und den Anschlägen in Frankreich hatte die Stadt die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Erstmals war das Gelände vollständig von einem Zaun umschlossen. Große Taschen mit mehr als drei Litern Fassungsvermögen waren verboten. Das Konzept habe sich rundum bewährt, sagte Schmid.

Polizei: „Wir sind sehr zufrieden“

Die Polizei zog eine positive Bilanz. Das Oktoberfest sei überwiegend friedlich verlaufen. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Polizeivizepräsident Werner Feiler. Insgesamt gab es 1067 gemeldete Delikte – fast 200 weniger als im Vorjahr (1261).

Allerdings hatte die Polizei mit einer steigenden Zahl von Sexualdelikten (2016: 31/2015: 21) und mehr Widerstand (22/9) zu tun. Die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz blieben bis kurz vor Ende des Oktoberfests auf gleichem Stand (238/238). Die Zahl der Maßkrug-Schlägereien ging zurück (42/52). Auch die Zahl der registrierten Taschendiebstähle sank (203/300).

Gründe für den Rückgang der Kriminalität sind laut Feiler unter anderem das geringere Besucheraufkommen am verregneten ersten Wiesn-Wochenende und das erneuerte Sicherheitskonzept von Stadt und Polizei. Eine terroristische Bedrohung bestand nach seinen Angaben zu keinem Zeitpunkt. Feiler dazu: „Es gab und gibt zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr fürs Oktoberfest.“

Von dpa/afp/RND/wer