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12:59 08.10.2016
Zwischen Mai 2014 und Ende September dieses Jahres gab es bundesweit 238 vertrauliche Geburten. Quelle: dpa
Hannover/Bremen

Schwanger zu sein, das bedeutet für die meisten Frauen ein großes Glück. Doch viele werdende Mütter stürzt die Nachricht in eine ausweglose Situation - und in eine tiefe psychologische Krise. Häufig trifft die Geburt sie dann völlig unvorbereitet. Gleich zwei Mal wurden in den vergangenen Wochen in Niedersachsen tote und verlassene Säuglinge gefunden.

Damit solche Fälle eine Ausnahme bleiben, bieten sechs Standorte in Niedersachsen und Bremen für verzweifelte Mütter die Möglichkeit, ihre neugeborenen Kinder anonym in einer Babyklappe abzugeben. Außerdem gibt es seit 2014 die Möglichkeit der sogenannten vertraulichen Geburt - und zahlreiche Beratungsstellen. Denn Babyklappen sind umstritten - sie nehmen den Kindern jede Chance, im späteren Leben ihre Mütter aus eigenem Antrieb zu finden. Trotzdem werden sie genutzt.

"Es gibt kein Jahr, in dem dort kein Säugling abgegeben wird"

In Hannover etwa betreut der Verein Notruf Mirjam seit 2001 das Babykörbchen, wie es dort genannt wird. "Es gibt kein Jahr, in dem dort kein Säugling abgegeben wird", sagte Geschäftsführer und Pastor Heino Masemann. Auch in Bremen gibt es diese Möglichkeit am Krankenhaus St. Joseph Stift. Zwischen 2002 und 2016 wurden dort 16 Kinder abgegeben, wie eine Sprecherin mitteilte. In den kleineren Städten und ländlichen Regionen sind die Zahlen nicht ganz so hoch. In Nordhorn, wo sich der Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) um die Einrichtung kümmert, wurden seit 2001 neun Kinder gefunden - das bislang letzte in diesem Jahr.

Am Krankenhaus Marienstift in Braunschweig waren es in dem Zeitraum sechs Babys und beim SKF in Osnabrück vier. "Dafür wollen wir aber keine Werbung machen", sagte die dortige SKF-Geschäftsführerin Birgit Ottens. Denn der Bund hat auf die Kritik von Sozialverbänden an der Babyklappe reagiert und eine weitere Anlaufstelle für Mütter geschaffen. Seit 2014 besteht daher die Möglichkeit der vertraulichen Geburt: Dabei melden sich Frauen während der Schwangerschaft bei einer Beratungsstelle.

238 vertrauliche Geburten seit 2014

Dort wird ihr richtiger Name hinterlegt, für alle weiteren Behandlungen und die Geburt selbst bekommen sie jedoch ein Pseudonym. So können sie ihr Baby nach der Geburt anonym abgeben. Das Kind erhält aber mit 16 Jahren die Möglichkeit, den richtigen Namen der Mutter zu erfahren, sollte diese das kurz vorher nicht erneut ablehnen. Das Angebot werde angenommen, teilte das niedersächsische Sozialministerium mit. Zwischen Mai 2014 und Ende September dieses Jahres gab es bundesweit 238 vertrauliche Geburten. Zahlen für Niedersachsen gibt es nicht. In dem Bundesland seien jedoch mehr als 100 Beratungsstellen und Fachkräfte für die Beratung zur vertraulichen Geburt qualifiziert.

"Das ist natürlich eine wichtige Maßnahme", sagte Katharina Heinemeier, die Sprecherin der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, wo sowohl die vertrauliche Geburt als auch eine Babyklappe angeboten werden. Die Hemmschwelle, sich einer Behörde anzuvertrauen und zumindest einmal dort den richtigen Namen zu nennen, sei jedoch hoch. "Frauen, die ihre Schwangerschaft komplett verdrängen und große Angst etwa vor der Familie haben, werden sich auch keiner Behörde anvertrauen", sagte Heinemeier. Daher sei es wichtig, dass die Babyklappe auch weiterhin als letzte Option bestehen bleibe.

dpa

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