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Panorama Vorbereitungen für königliche Hochzeit laufen auf Hochtouren
Mehr Welt Panorama Vorbereitungen für königliche Hochzeit laufen auf Hochtouren
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09:53 19.04.2011
Die königliche Kavallerie übt für den großen Tag: In London laufen die Vorbereitungen für die Traumhochzeit von Prinz William und Kate Middleton. Quelle: dpa

Es wird nett aussehen, wenn Prinz William und seine Kate sich am 29. April das Jawort geben. Winkende Royals vor historischen Bauten und jubelnden Massen. Doch hinter den Kulissen des Heile-Welt-Ereignisses läuft schon seit Monaten eine riesige Sicherheitsmaschinerie. In einer der größten Sicherheitsoperationen der vergangenen 30 Jahre wendet der britische Staat mehr als 20 Millionen Pfund (rund 23 Millionen Euro) auf, um die Hochzeit des künftigen Thronfolgers und seine teils hochdekorierten Gäste vor bösen Taten zu bewahren: vor islamistischen Terroristen, nordirischen Separatisten, gewaltbereiten Studenten.

Polizei, Militär und Geheimdienst fahren alles auf, was die moderne Terrorabwehr zu bieten hat: Scharfschützen auf den Dächern, Spürhunde in der Kirche, verschweißte Kanaldeckel entlang dem Kutschenkorso, Undercover-Polizisten in der Menge. Zuletzt kamen sogar Gerüchte auf, dass das gesamte Mobilfunknetz zwischen Westminster Abbey und Buckingham-Palast abgeschaltet werden soll. Damit will man potenziellen Störern die Möglichkeit nehmen, sich untereinander abzusprechen.

London gilt dank Tausender Videokameras im öffentlichen Raum ohnehin schon als eine der am strengsten überwachten Städte der Welt. Zu Großereignissen verliert die Polizei dann auch noch gerne ihren sprichwörtlichen britischen Humor – zuletzt beim Besuch von Papst Benedikt XVI. im vergangenen Herbst. Damals waren sechs Straßenkehrer als mutmaßliche Planer eines Terroranschlages festgenommen worden. In Wirklichkeit hatten sie sich nur in der Kantine einen Scherz erlaubt.

Die Vorsicht ist angebracht. Großbritannien gilt wegen seiner Verwicklung in die Kriege in Afghanistan, Irak und Libyen als potenzielles Ziel von Islamisten. Und auch der antibritische Terror in Nordirland flammte zuletzt wieder auf. Viel konkreter scheint aber die Gefahr von militanten Anarchisten zu sein. Randalierer des sogenannten „schwarzen Blocks“ hatten zuletzt bereits das Auto von Prinz Charles und Camilla angegriffen, die Parteizentrale der regierenden Konservativen gestürmt und erst vor zwei Wochen Kaufhäuser und Läden in der Londoner Innenstadt verwüstet.

Ein Militanter hatte sich jüngst dem Londoner „Evening Standard“ gegenüber geoutet. „Seit Monaten“ planten die Störer Aktionen für den Hochzeitstag, sagte er. Er erwarte 10 000 bis 15 000 Demonstranten, zehn Prozent davon gewaltbereit. Sie wollen Transparente auf Dächern enthüllen, Ladenlokale besetzen und Rauchbomben werfen.

Es bestehe dennoch „nicht die Absicht, London in eine Festung zu verwandeln“, heißt es zwar unter der Hand von Scotland Yard. Andere nehmen aber das Wort von einem „Stahlring“ in den Mund, der um Westminster gezogen werden soll. Vorsichtshalber hat die Regierung schon einmal die Zugriffsrechte für die Polizei gelockert. Wie bei großen Terrorlagen dürfen die Beamten Leute ohne jeden konkreten Verdacht kontrollieren.

Weniger schwerwiegende Sorgen plagen die Soldaten der königlichen Kavallerie, die den Hochzeitszug von Prinz William und Kate Middleton durch London begleiten: Sie haben Angst vor Regen. Denn wenn ihre Uniformen nass werden, verblassen sie. „Wenn es regnet, läuft die Farbe“, sagte Hauptmann James Hulme vom Kavallerie-Regiment der Queen. Die Soldaten färben ihre weißen Uniformreiterhosen mit einer speziellen Emulsion, damit sie besonders strahlend sind. Auch die Handschuhe werden geweißt.

Die Soldaten bereiten sich bereits seit Tagen auf ihren großen Auftritt hoch zu Ross vor. Vor der Hochzeit müssen sie sich noch einer großen Inspektion unterziehen. Dabei wird darauf geachtet, dass die Stiefel blitzblank geputzt sind und die Helme glänzen. „Die Vorbereitung für ein Paar Stiefel kann 50 Stunden dauern“, sagte Hulme. Sogar die Hufe der Pferde müssen poliert werden. Auch die Sättel müssen glänzen – obwohl sie gar nicht zu sehen sind, weil sie unter Schaffelldecken sitzen.

Kein Sicherheitsrisiko stellt nach eigenen Angaben Popstar George Michael („I want your Sex“) dar, der sich wohl sehr über eine Einladung zum Ereignis des Jahres gefreut hätte. Offiziell betont er das Gegenteil: Er sei überhaupt nicht böse, keine Einladung erhalten zu haben. Kate und William sollten den Tag mit Menschen verbringen, die sie lieben, und nicht mit „komischen Exknackis aus dem Showgeschäft“, sagte er dem Sender CNN. Michael war vergangenes Jahr zu acht Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er unter Drogeneinfluss Auto gefahren und dabei mit seinem Wagen in einem Geschäft gelandet war.

Komplett heraushalten will sich der 47-jährige Sänger aber doch nicht aus der royalen Herzensangelegenheit. Er hat für William und Kate ein Lied aufgenommen. Seine Interpretation des Stevie-Wonder-Songs „You and I“ steht nun im Internet zum kostenlosen Herunterladen bereit – zusammen mit der Bitte an die Fans, an die von Kate und William ausgewählten Hilfsorganisationen zu spenden. Michael war mit Williams verstorbener Mutter Diana befreundet. „Ich bin mir ganz sicher, dass Diana die ganze Sache geliebt hätte“, sagte Michael der CNN. „Ich hoffe sehr, dass sie auch dieses Lied geliebt hätte. Ich habe im Gefühl, dass das so gewesen wäre.“

Michael Donhauser

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