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Panorama Vor zehn Jahren raste "Kyrill" über Niedersachsen
Mehr Welt Panorama Vor zehn Jahren raste "Kyrill" über Niedersachsen
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08:30 14.01.2017
Nach dem Sturm: Arbeiter entfernen Bäume, die eine Straße im Harz blockieren. Quelle: dpa
Hannover

Zehn Jahre nach "Kyrill" ist in Niedersachsens Wäldern von den Schäden des verheerenden Orkans kaum noch etwas zu bemerken. Die Flächen, die der Sturm am 18. Januar 2007 verwüstet hatte, seien längst wieder aufgeforstet, sagte ein Sprecher der Landesforsten. Der Sturm mit bis zu 200 Stundenkilometern starken Böen hatte in vielen Teilen Deutschlands gewütet. In Niedersachsen knickten mehrere Millionen Bäume um. Es mussten Stämme und Äste mit einem Volumen von gut zwei Millionen Kubikmetern aus den Wäldern zwischen Elbe und Ems entfernt werden.

Betroffen waren vor allem der Solling und der Harz. Nach "Vivian" und "Wiebke" Ende Februar 1990 und "Lothar" im Dezember 1999 war "Kyrill" der folgenreichste Orkan der vergangenen Jahrzehnte. Bei Hildesheim wurde ein Autofahrer von einem umstürzenden Baum getötet. Rund ein Dutzend weitere Menschen wurden verletzt. Die Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen mussten in Niedersachsen zu Tausenden Einsätzen ausrücken. Sie hatten es mit Überschwemmungen, abgerissenen Dächern und umgestürzten Bäumen zu tun.

Bäume lagen wie Mikado-Stäbchen übereinander

Straßen und Bahnstrecken waren blockiert. Hunderte Zugreisende mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen. Alleine in Hannover harrten 300 Menschen in einem Luftschutzbunker unterhalb des Hauptbahnhofs aus. Am schwersten wütete "Kyril" in den Mittelgebirgen. Im Harz waren die Orkanböen so stark, dass Menschen zu Boden gerissen wurden. Die größten Schäden richtete der Sturm in den Wäldern im südlichen Niedersachsen an.

Buchen, Kiefern, Lärchen und vor allem Fichten wurden zu Hunderttausenden umgeworfen. Im Solling mussten die Förster 550 000 Kubikmeter Holz beseitigen. Im Harz waren es 400 000 Kubikmeter und im Stadtforst von Hann. Münden (Kreis Göttingen) 165 000, sagte Forstsprecher Michael Rudolph. Die Bäume hätten teilweise wie Mikado-Stäbchen übereinander gelegen. Weil die Sägewerke damals völlig überlastet waren, wurden mehr als 1000 Eisenbahnwaggons mit Harzer Baumstämmen nach Süddeutschland gebracht.

Noch verheerender wütete der Sturm in Nordrhein-Westfalen, wo vor allem im Sauer- und im Siegerland etwa zehn Millionen Kubikmeter Holz umgerissen wurden. "Auf den freien Flächen, die der Sturm gerissen hatte, steht heute fast überall junger Wald", sagte Forstsprecher Rudolph. Die Wiederaufforstung, die gut zwei Jahre dauerte, war allerdings teuer. Für neue Buchen, Douglasien, Fichten, Eichen, Eschen, Ahörner, Kirschen und Lärchen wurden fast elf Millionen Euro ausgegeben. Hinzu kamen Kosten in Höhe von drei Millionen Euro für die Instandsetzung zerstörter Waldwege.

dpa

"Kyrill"-Schadenssumme belastete VGH-Gruppe mit 81 Millionen Euro

Der Orkan "Kyrill" hat die VGH Versicherungsgruppe 81 Millionen Euro gekostet. Übertroffen wurde die Schadenssumme bei der VGH in den vergangenen zehn Jahren nur durch Hagelsturm "Andreas" im Sommer 2013, der die Versicherung rund 93 Millionen Euro kostete. Auch beim Talanx-Versicherungskonzern schlug "Kyrill" schwer zu Buche. Mit einer Schadenssumme von 149 Millionen Euro verfehlte der Orkan dort nur knapp die Aufnahme in die Liste der weltweit zehn teuersten Naturkatastrophen der Gruppe.

Ansonsten gehörte in den vergangenen zehn Jahren Sturmtief "Niklas" im März 2015 zu den größten Schadensereignissen bei der VGH. "Niklas" blieb mit einer Schadenssumme von rund 30 Millionen Euro allerdings hinter der "Kyrill"-Bilanz zurück. Der Sturm mit den meisten Schadensmeldungen war bei der VGH-Gruppe das Orkantief "Quimburga" 1972. Insgesamt 108 000 Kunden hatten damals bei der Versicherung ihre Ersatzansprüche angemeldet. Die Schadenssumme lag mit damals 70 Millionen D-Mark allerdings deutlich unter den Kosten der aktuelleren Sturmereignisse.

dpa

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