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Panorama Viele Menschen unterschätzen Pfefferspray
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09:11 17.12.2017
Pfefferspray ist gefährlich. Quelle: dpa
Hannover

 Wofür sind Pfeffersprays eigentlich gut? Um eine Bierflasche zu öffnen, dachte sich ein Mann kürzlich in einem Osnabrücker Kino. Dadurch beschädigte er die Spray-Kartusche, Gas trat aus, und alle Gäste flüchteten aus dem Saal. Kein Einzelfall: Immer wieder versprühen Menschen Pfefferspray und verletzen dabei andere Leute oder auch sich selbst.

Die Polizei warnt davor, Pfefferspray einzusetzen - auch in Notsituationen, wie ein Sprecher der Polizeigewerkschaft sagt: „Pfeffersprays geben nur ein falsches Gefühl der Sicherheit.“ Opfer sollten eher laut auf sich aufmerksam machen und Passanten bitten, zu helfen. Zudem sei beim Einsatz die Gefahr groß, sich mit dem Sprühnebel selbst zu treffen. So prügelten sich diesen Sommer zwei Männer in Lüneburg, dabei setzte sich einer mit Pfefferspray selbst außer Gefecht. Der Wind hatte ihm die scharfe Gaswolke direkt ins Gesicht geblasen.

Gelangt das Gas mit Chili-, Paprika- oder Cayenne-Pfeffer-Extrakten in die Augen, kann es zu zeitweisem Erblinden kommen. Atmen es Menschen ein, ringen sie um den Atem und können gar ersticken. Auf der Haut juckt das Gemisch stark.

Weniger Reizgasangriffe in Niedersachsen

In Niedersachsen haben die Fälle von Reizgasangriffen im Vergleich zum Vorjahr abgenommen, wie die Polizei mitteilt. Ein Polizeisprecher konnte diesen Rückgang jedoch nicht erklären. 2016 stieg die Zahl der Fälle noch an. Nach den Vergewaltigungen in der Silvesternacht in Köln vor zwei Jahren haben mehr Leute Reizgas zur Verteidigung gekauft und dann auch versprüht haben. Weil die Spraydosen im Drogeriemarkt oder Online-Handel als Tierabwehrspray deklariert werden, gelten sie vor dem Gesetz nicht als Waffe. So kann es jeder für rund 5 Euro kaufen.

Gegen Menschen darf das Gas jedoch nur bei Notwehr verwendet werden, sonst droht eine eine Strafanzeige wegen Körperverletzung. Der Sprayer kann dann mit einer Geld- oder Gefängnisstrafe von mehreren Monaten bis zu zehn Jahren bestraft werden.

DM bietet Pfefferspray seit Frühjahr 2016 ab

Im Fall des jungen Manns im Osnabrücker Kino meldeten sich keine Verletzten bei der Polizei. Der Mann erhielt trotzdem eine Rechnung: Das Kino forderte ihn auf, die Kinokarten der Besucher zu bezahlen, die nach dem Versprühen den Film nicht mehr schauen wollten, hieß es von der Theaterleitung.

Die Drogeriekette DM bietet Pfeffer-KO-Fog seit Frühjahr 2016 an und ist nach eigenen Angaben mit dem Absatz zufrieden. Bei Online-Händler Amazon schafft es das Produkt auf die Bestseller-Liste. Mehr als 80 Prozent der über 400 Bewertenden geben dem Spray vier oder fünf von fünf möglichen Sternen. „Hoffe, es nie benutzen zu müssen, gibt aber ein Gefühl der Sicherheit“, schreibt ein Kunde. „Hab eines meiner Frau in die Handtasche gegeben, und das zweite liegt im Auto!“ Wenige Käufer beschweren sich aber über das Produkt: „Das Spray ist von alleine in meiner Jackentasche losgegangen. Da ich im Auto saß, hatte ich ziemliche Probleme.“

Pfefferspray „zum Spaß“ an Schulen

Nur mal so zum Spaß versprühen Jugendliche Pfefferspray auch an Schulen - um zu sehen, was passiert, sagt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger: „Die Schüler denken, dass dies ein Jux ist und wissen nicht, wie gefährlich Pfefferspray wirklich ist.“ Bundesweit sieht Meidinger einen Anstieg solcher Fälle. In Niedersachsen gibt es dieses Jahr jedoch weniger als halb so viele wie im Vorjahr: Nach Polizeiangaben wurden 2016 durch eine Pfefferspraywolke 16 Schüler schwer verletzt. An Schulen in Niedersachsen ist das Mitbringen von Pfeffersprays seit 2009 verboten.

Von Anne-Sophie Galli, dpa

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